Zeit ist relativ

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass der Sekundenzeiger auf den deutschen Bahnhofsuhren immer, wenn er die Zwölf erreicht, unterschiedlich lange stehen bleibt? Der Grund dafür ist weder, dass die Deutsche Bahn Verspätungen kaschieren will, noch, dass auf diese Weise der Bahnkunde von der Undurchsichtigkeit der Tarife abgelenkt werden soll.

Das alles ist viel einfacher: Die Uhren auf deutschen Bahnhöfen werden zentral gesteuert und bekommen jede Minute ein bundesweit einheitliches Zeitsignal. Jede Uhr bestimmt jedoch bauartbedingt selbst, wie schnell ihr Sekundenzeiger sich bewegt. Zu jeder vollen Minute wartet dieser auf das Signal, die neue Zeiteinheit beginnen zu dürfen. Und weil jede Uhr ein bisschen unterschiedlich, aber doch ein bisschen zu schnell läuft, muss jede einzelne auch unterschiedlich lang auf das zentrale Zeichen warten.