Studentenleben

Zehn Tipps für einen organisierteren Alltag

Claudia Förster

Gerade Studenten fehlt es oft an Struktur. Dabei ist ein organisierter Alltag nichts Schlechtes, sondern gibt Halt und hält gesund. Fudder hat zehn Tipps, wie man etwas Ordnung in sein Leben bringen kann.



1. Benutze dein Bett nur zum Schlafen.

Im Studi-Zimmer wird das Bett oft zum Allroundtalent: Hier werden Filme gestreamt, Nudeln gegessen und Hausarbeiten gefertigt. Doch das ist ein No-Go! Laut Psychologen schläfst du ausgeruhter, wenn du das Bett ausschließlich mit Schlafen verbindest. Denn nur dann signalisiert ein Sich-ins-Bett-Legen, dass jetzt Entspannung angesagt ist, und löst diese automatisch aus. Verbindest du es hingegen mit anstrengenden Lernsessions, kommst du beim Zubettgehen nur schwer zur Ruhe. Deshalb heißt das A und O für erholsame Nächte und produktive Tage: Das Bett ist nur zum Schlafen da!

2. Notiere weise!

Eine To-Do-Liste zu schreiben ist keine Kunst. Es gibt aber ausgeklügelte Methoden, mit denen du das Listenschreiben effektiver machen kannst. Colour-Coding zum Beispiel bezeichnet das Kodieren bestimmter Aufgabegruppen mit Farben: Wenn im Terminkalender Unitermine immer pink und Freizeittermine immer grün sind, siehst du auf einen Blick, was wann ansteht. Auch Symbole können beim Differenzieren helfen. Du kannst zum Beispiel einen Haken für "erledigt" benutzen und einen Pfeil für "verschoben". Nützlich ist es auch, die Listen nach Bereichen zu clustern. Du kannst eine Liste für anstehende Haushaltsaufgaben schreiben, eine Übersicht über Prüfungsleistungen und eine Liste, in der du notierst, welchen Gegenstand du gerade an wen verliehen hast. Die Königsdisziplin des Notierens ist übrigens das sogenannte Bullet Journaling. Hierbei füllst du ein leeres Heft nach deinen eigenen Vorlieben mit Wochenübersichten, Stundenplänen oder Listen – und kannst deiner Kreativität nebenbei freien Lauf lassen.

3. Trage gemeinsame Kosten in Splitwise ein.

Hast du es auch satt, WG-Einkäufe mühsam aufzuteilen oder sogar auf den Kosten sitzenzubleiben? Dann ist Splitwise die richtige App für dich: Beim nächsten WG-Einkauf einfach den Betrag speichern und angeben, wer sich an den Kosten beteiligen soll – schon wird der Einkauf exakt umverteilt. So bleibt immer nachvollziehbar, wer was gekauft und wer beim wem noch Schulden hat, und nervige Diskussionen um Geld sind Schnee von gestern.

4. Gib den Dingen einen festen Platz.

Es gibt Schöneres als diese haarsträubenden Momente, in denen einem siedend heiß durch den Kopf fährt, dass man längst seine Steuererklärung abgeben oder sein Abo hätte bezahlen sollen. Oft ist der Grund dafür, dass Briefe oder To-Do-Listen in einem wild durchmixten Papierstapel verschwinden. Eine Möglichkeit, mehr Struktur in sein Zimmer zu bringen, sind feste Ablageorte. Das kann ein Schlüsselhaken sein, eine Schublade oder einfach ein bestimmter Fleck Boden. Besonders praktisch sind Ablagen, die man platzsparend an die Wand schrauben kann (gibt es bei Ikea): Hier kannst du zum Beispiel einen Posteingang für neue Briefe einrichten, eine Ablage für Unikram oder einen Hefter mit To-Do-Listen. Dann musst du deine Ablageorte nur noch regelmäßig analysieren: Öffne zum Beispiel einmal pro Woche alle Briefe und notiere dir Fristen, die bald fällig sind.

5. Richte dir eine Telefonstunde ein.

Gehörst du auch zu den Menschen, die lieber fünf Mails schreiben, bevor sie zum Telefon greifen? Dann probiere es mal damit, anstehende Anrufe zu bündeln: Richte dir eine feste "Telefonsprechstunde" in der Woche ein. Alle zu tätigenden telefonischen Nachfragen oder Terminvereinbarungen legst du dann auf diese Zeitspanne. So schiebst du den Anruf beim Zahnarzt nicht mehr ewig hinaus. Das Konzept lässt sich natürlich auch aufs Mail- oder Briefeschreiben übertragen.

6. Setze dir (smarte) Ziele.

Fragst du dich auch manchmal am Ende des Jahres, warum du deine Neujahrsvorsätze nicht umgesetzt hast? Ein Grund könnte sein, dass du sie zu schwammig oder ambitioniert gesetzt hast. Ein Stückchen näher kommt man der Verwirklichung seiner Ziele, wenn man sie in Teilziele aufdröselt, also zum Beispiel in Wochen-, Monats- und Jahresziele. Das kann zum Beispiel beim Erstellen von Lernplänen nützlich sein, oder beim Sporttraining. Eine effektive Methode beim Formulieren von Zielen ist das SMART-Prinzip: Deine Ziele sollten spezifisch, messbar, erreichbar (achievable), realistisch und zeitbezogen (time framed) sein. Erfüllt dein Ziel diese Kriterien, ist es viel wahrscheinlicher, dass du es erreichst: Zum Beispiel wirst du viel eher joggen gehen, als wenn du dir bloß vornimmst, mehr Sport zu treiben, wenn dein Ziel lautet: "Jeden Donnerstag um 9 Uhr gehe ich 30 Minuten lang im Wald laufen."

7. Archiviere deine Chats.

Du bist unterwegs, schaust kurz aufs Handy, liest eine Nachricht und verschiebst das Antworten auf später. Schwupps, sind zwei Wochen vergangen und der Chatpartner wartet noch immer. Gegen Chat-Chaos und vergessene Antworten hilft eine nützliche Funktion, die fast alle Messenger anbieten: Das Archivieren. Mit nur einem Wisch lässt sich ein Chat ins Archiv bugsieren. Gelöscht ist er dadurch nicht, er wird nur einfach nicht mehr in deiner Chatliste angezeigt. Wenn du konsistent alle "erledigten" Chats archivierst, ist dein Messenger viel aufgeräumter und du siehst auf einen Blick, welche Konversationen noch offen sind.

8. Erstelle dir eine Ärzteübersicht.

Welche Impfung muss ich auffrischen? Und wann sollte ich meine Leberflecken das nächste Mal checken lassen? Gerade Arzttermine, die nur alle paar Monate oder Jahre anstehen, verschwinden schnell aus dem Blickfeld. Erstelle dir deshalb eine Arzt-Übersicht, in die du einträgst, wie deine Werte beim letzten Blutabnehmen waren und wann du wieder zum Zahnarzt sollst. Klingt erstmal ein bisschen übertrieben, schließlich hat man mit 20 im Regelfall noch kein Tabletten-Döschen für jeden Wochentag. Trotzdem: Deine Gesundheit wird es dir danken!

9. Lege dir Cheatsheets an.

In jeder Hausarbeitsphase kommen die Fragen aufs Neue: Wie erstelle ich noch gleich ein automatisches Inhaltsverzeichnis? Und wie lautete der Shortcut fürs Einfügen? Um nützliche Computer-Skills nicht zu vergessen, kannst du dir Cheatsheets schreiben. Auf diesen Übersichts-Spickzetteln notierst du dir die wichtigsten Funktionen eines Programms, sodass du sie mit einem Klick im Blick hast und nicht ständig googlen musst. Ein paar Ideen: Ein Cheat-Sheet für Word-Funktionen, eins für Citavi-Tricks, eins für die Literaturrecherche in Online-Datenbanken oder einfach eine Übersicht über allgemeine PC-Funktionen, zum Beispiel das Anfertigen von Screenshots.

10. Tracke deinen Zyklus.

Vielen Frauen ist gar nicht bewusst, wie groß die Einflüsse des Zyklus auf den Körper und die Psyche sind. Das ist schade, denn es ist äußerst spannend, den Zusammenhängen auf den Grund zu gehen. Eine gute Methode, um dich und deinen Zyklus besser kennenzulernen, ist die App Clue. Hier kannst du in knapp 20 Kategorien zum Beispiel festhalten, wie dein Hautbild ist, wie viel du geschlafen hast oder ob du dich gestresst fühlst. Das Ganze lässt sich dann auf Systematiken hin analysieren, von denen dich die ein oder andere sicher überraschen wird.

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