Zehn Fahrradhelme mit sicher, ohne hässlich

Simone Werner

Fahrradhelme retten Leben. Warum, kann sich jeder - spätestens wenn er einmal den legendären Melonentest gemacht hat - vorstellen. Aber die allermeisten Helme sind hässlich. Unsere Top 10 nicht. Und ob schöne Helme weniger sicher sind als hässliche und was man beim Helmkauf generell beachten sollte, verrät uns ein Experte des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC).

 

fudders Helm Top Ten

Die größte Auswahl an schmucken Helmen bietet die Firma Nutcase. Hier unsere zwei Lieblinge: Nutcase X-Ray Brain: circa 70 Euro, gibt's zum Beispiel bei Amazon oder Ebay


Nutcase Waltermelon: circa 75 Euro, gibt's zum Beispiel bei Amazon



Auch die Firma UMF hat zwei sehr schöne Helme auf den Markt gebracht: Umf P'Wood Edition: circa 40 Euro, gibt's zum Beispiel bei Amazon



Umf Bugs Edition: circa 30 Euro, gibt's zum Beispiel bei Ebay


TSG ist, was Kreativität in Sachen Helme betrifft, auch ein guter Ansprechpartner. Zudem bietet die Firma viele einfarbige Helme ohne sonstigen Schnick-Schnack an. TSG Graphic Design Flower Power: circa 40 Euro, gibt's zum Beispiel bei Amazon



TSG Circus: circa 38 Euro, gibt's zum Beispiel bei Amazon


Die Firma Casco hat auch ein stylisches Exemplar zu bieten: Casco Skiller Safari: circa 50 Euro, gibt's zum Beispiel bei Ebay oder auf Amazon


Wer gar keine Lust auf Helmoptik hat, wird bei Yakkay oder Helt Pro fündig: Yakkay Tokyo Flower: circa 100 Euro, gibt's zum Beispiel bei Ebay



Helt Pro Butch Desert: circa 110 Euro, gibt's zum Beispiel bei Ebay



Helt Pro Liesl: circa 100 Euro, gibt's bisher nicht bei Amazon oder Ebay

Wie findet man den richtigen Helm? Fünf Tipps zum Helmkauf



Der Tippgeber:
Johannes Bruns, Kreisverbandsvorsitzenden des ADFC, Freiburg (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V.)  
  • Den richtigen Hersteller finden: "Da die Hersteller von Helmen verschiedene Musterköpfe verwenden (meistens entweder einen ovalen oder einen runden Kopf), muss man zunächst den finden, der die richtige Rohform für den eigenen Schädel benutzt. Welche Kopfform man selber hat, erfährt man nur durch Ausprobieren. Wichtig: Ein gut sitzender Helm bedeckt die Schläfen, das heißt er sitzt auch vorne tief genug. Auch seine Anpassung am Hinterkopf sollte auf Anhieb funktionieren. Die besseren Anpassungssysteme haben in der Regel die teuren Helme. Pads können bei der Anpassung des Helms ebenfalls hilfreich sein. Wer im Internet bestellt, sollte zunächst den Kopfumfang messen. Liegt man zwischen zwei Größen, probiert man am besten beide."

  • Keine Spoiler am Helm: "Einige Billighelme folgen am Hinterkopf nicht der Kopfform, sondern haben wie der klassische Rennradhelm einen Aufbau, der den Helm aerodynamischer machen sollen. Um solche Helme sollte man einen großen Bogen machen. Bei einem Sturz verlagert sich das Risiko von einer Schädelverletzung auf eine Verletzung der Halswirbelsäule. Kein guter Tausch."

  • Auf's Gewicht achten: "Einen leichten Helm trägt man wesentlich lieber als einen schweren. Die teuren Helme wiegen knapp über 300 Gramm. Sie bemerkt man im Vergleich zu Billighelmen kaum."

  • Lieber hell statt dunkel: "Ich würde zu einer hellen Farbe raten, zum Beispiel weiß, da so die Sichtbarkeit im Straßenverkehr enorm erhöht wird. Der Helm ist beim Radfahrer der höchste Punkt und man beachtet Radfahrer mit einem beispielsweise weißen Helm im Verkehrs-Geschehen deutlich mehr als solche, die einem grauen oder schwarzen Helm tragen."

  • Im Zweifel ersetzen: "Wenn der Helm einen Stoß abbekommen hat, sollte man sich unbedingt einen neuen besorgen. Möglicherweise ist die Struktur beschädigt, obwohl man es von außen nicht sieht. Wenn man den Helm bei einem renommierten Hersteller gekauft hat, bekommt man innerhalb einer gewissen Garantiezeit für die Hälfte des Neupreises oftmals sogar einen neuen Helm. Generell rate ich jedem, sich bei hoher Benutzungsintensität alle drei bis fünf Jahre einen neuen Helm zuzulegen. Ein Helm ist heftiger UV-Strahlung ausgesetzt, ein Kunststoffteil, er unterliegt Alterungsprozessen und versprödet mit der Zeit quasi."


Fazit:
"Den perfekten Helm, der gleichzeitig leicht, schön und sicher ist, gibt es nicht. Ein Helm sollte dennoch möglichst viele gute Eigenschaften vereinen. Bei einem renommierten Hersteller wird man dabei eher fündig, als wenn man ein 20 Euro Teil der gängigen Rabatt-Marken Discountern erwirbt. Helme, die nicht nach Tour de France oder Straßenkampf, sondern schön aussehen, sind nicht automatisch weniger sicher. Auch sie erfüllen, so gut wie alle Helme, die auf dem Markt sind, die bekannten Sicherheitsstandards. Die modischen Helme haben meiner Erfahrung nach lediglich das Defizit der schlechteren Belüftung und des höheren Gewichts."

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[Bilder: Promo]