Erstes Halbjahr 2017

Zahl der Gewaltstraftaten und Einbrüche in Freiburg geht zurück

Joachim Röderer

Freiburg ist die kriminellste Stadt Baden-Württembergs. Jetzt zeichnet sich laut Innenminister Strobl eine Trendwende ab: Im ersten Halbjahr gab es deutlich weniger Einbrüche und Gewaltstraftaten.

Eine seit Jahren hohe Kriminalitätsrate und ein stark lädiertes Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung durch die beiden Morde in Freiburg an der Dreisam und in Endingen – das waren die Auslöser für die Partnerschaft "Sicherer Alltag". Diese wurde im März offiziell zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Freiburg geschlossen. Schon vier Monate zuvor war die Polizei in der Stadt durch einen 25 Frau und Mann starken Einsatzzug der Bereitschaftspolizei verstärkt worden. Diese Zusatzkräfte waren vorwiegend im Bereich der Altstadt eingesetzt.


Bereitschaftspolizei soll vorerst bleiben

Jetzt haben die Beteiligten eine Halbjahresbilanz gezogen. Die Zahlen würden einen deutlichen Rückgang der durch die Polizei registrierten Kriminalität belegen, sagte der Innenminister und stellvertretende Ministerpräsident Thomas Strobl am Montagmorgen beim Pressegespräch in Freiburg. Der Minister sieht eine Trendwende, die Stadt und Land mit vereinten Kräften erreicht hätten: "Unsere Sicherheitsallianz ist erfolgreich, die Maßnahmen greifen." Die Zahl der Straftaten hätte entscheidend gesenkt werden können.

Die 25 Bereitschaftspolizisten sollen bis Jahresende in Freiburg bleiben. Wie es danach weitergehe, werde anhand der Einsatzlage entschieden, so Strobl. Ende August würden zudem 86 Polizistinnen und Polizisten des Polizeipräsidiums Einsatz (so heißt die Bereitschaftspolizei heute) aus Göppingen und Bruchsal nach Umkirch verlegt. Sie sollen für Südbaden und Freiburg zuständig sein. Zusätzlich bekomme des Polizeipräsidium Freiburg im Herbst zehn zusätzliche Polizeibeamte, so Strobl. Diese sollen sich in einer Ermittlungsgruppe besonders um Mehrfach- und Intensivtäter kümmern.

Ein Drittel weniger Einbrüche in Freiburg

Freiburgs Polizeipräsident Bernhard Rotzinger nannte aktuelle Zahlen: Bei den Gewaltstraftaten, bei denen Freiburg zuletzt in Baden-Württemberg führend war, gab es einen Rückgang um zehn Prozent. "Wir haben aktuell den niedrigsten Wert seit zehn Jahren", so Rotzinger.

Die Zahl der Einbrüche sank um ein Drittel. Der Polizeipräsident verwies darauf, dass in der Polizei das klare 38-zu-10-Votum des Gemeinderates für die Sicherheitspartnerschaft besonders gut angekommen sei. Seit die Sicherheitsdebatte laufe, werde die Polizei in Freiburg anders wahrgenommen: "Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass ich bei den Einsätzen bei einem Heimspiel bin", zitierte Rotzinger einen erfahrenen Beamten vom Revier Nord.

"Die Zahlen sind ermutigend, aber wir sind noch längst nicht am Ziel", bewertete Oberbürgermeister Dieter Salomon die Halbjahresbilanz. Der jetzt begonnene Weg müsse konsequent fortgeführt werden. Die Kriminalitätsbelastung in Freiburg sei insgesamt immer noch hoch.

13 neue GVD-Mitarbeiter sind gefunden

Die Stadt selbst leistet auch einen Beitrag zur Sicherheitspartnerschaft, in dem sie die Aufgaben ihres Gemeindevollzugsdienstes erweitert. 13 neue Mitarbeiter wurden eingestellt. "Sie werden am 15. August ihre zweimonatige Ausbildung beginnen und ab Mitte Oktober auf der Straße präsent sein", berichtete der Erste Bürgermeister Otto Neideck. So könne der Vollzugsdienst der Polizei entlastet werden.

Die geplante Videoüberwachung beschrieb Neideck als "technische Herausforderung". Ein entsprechender Auftrag für die Installation der Kameras werde in den nächsten Tagen vergeben. Anfang des Jahres sollen dann im Bermuda-Dreieck die ersten Überwachungskameras in Betrieb gehen.

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