Zäpfle Club: Neue Konzertlocation in Freiburg

Alexander Ochs

Bushido (Foto) wird am 5. Dezember mit seinem Konzert den Zäpfle Club eröffnen, der quasi der kleine Bruder der Rothaus Arena werden soll. Marc Oßwald vom Konzertveranstalter Koko hat sich diesen Club ausgedacht, um Konzerte in der Größenordnung 1000-3000 Zuschauer nach Freiburg zu holen.



Freiburg bekommt eine neue Spielstätte für Konzerte und Veranstaltungen, den Zäpfle Club. Er soll eine Lücke in der hiesigen Konzertlandschaft schließen und Platz für 800 bis 3000 Besucher bieten, unbestuhlt. „Der Hintergrund ist, dass es in Freiburg oberhalb einer Kapazität von 800 Zuschauern, wie im Haus der Jugend oder im E-Werk, nichts gibt“, erklärt Koko-Geschäftsführer Marc Oßwald. „So ein Gebäude fehlt hier einfach.“ Eine Zeitlang hat der Konzertveranstalter, wie er sagt, herumexperimentiert, zum Beispiel mit dem Universal Dog in Lahr. „Aber das ist zu weit weg“, so seine Erkenntnis. Im Kraftwerk in Rottweil hat er im Sommer The Editors auf die Bühne gebracht, dabei hätte er sie gerne in Freiburg spielen sehen.


Nun will Koko Bands in die Breisgau-Metropole locken, die bislang einen Bogen um die Stadt gemacht haben. "Wir spielen nicht in der Rothaus Arena", hat Oßwald immer wieder zu hören bekommen. Er denkt da auch an einen „großen Bereich des Rock,
den wir bislang nicht abdecken konnten. Freiburg ist bei manchen als Nicht-Rock-Stadt verschrien. So kommt Freiburg in der Gedankenwelt eines englischen Agenten
zum Beispiel gar nicht vor“, erläutert der Koko-Chef.

Das Problem ist folgendes: Niemandem ist damit gedient, wenn sich in der Rothaus Arena, die maximal 9000 Zuschauer fasst, sagen wir, 1000 Zuschauer verlieren. Weder Fans noch Bands sind damit glücklich. Darum hat Marc Oßwald (Foto unten) die Idee aus der Not geboren – getreu dem Motto: Was nicht passend ist, wird passend gemacht. Die Rothaus Arena soll künftig zu den Seiten hin mit einem variablen Vorhangsystem verkleinert und quer bespielt werden. „Wenn man die Halle längs bespielt, sieht das bei 2000 auf die gesamte Breite verteilten Leuten aus wie mit dem Bagger zusammengeschoben“, meint Oßwald, „wie ein Breitwandkäfig“.



Mit dem schwarzen Vorhangsystem sollen die Lichtverhältnisse gemütlicher gemacht,
alles etwas in Moll gedimmt werden. Auch Gastronomie soll in den Zäpfle Club einziehen, damit die Fans nicht immer gleich aus der Halle raus- und wieder reinrennen müssen, wenn sie der Durst plagt.

Im Dezember wird Bushido den Zäpfleclub aufploppen. Vier weitere Acts stehen bereits fest: Gentleman, Element Of Crime, Clueso und Die Atzen. „Das ist jetzt erstmal ein Versuchsballon, bislang läuft der Ticketverkauf sehr gut“, sagt Oßwald. Er will erstmal Referenzen sammeln für die neue Location. Doch dabei – bei Konzerten – will er es nicht bewenden lassen. „Auch für andere Veranstaltungen würden wir den Zäpfle Club gerne nutzen. Aber es wird keine Zäpfle-Partys geben!“, fügt er hinzu und lacht.

Woher der Club-Name stammt, liegt auf der Hand. Aber nicht in der Hand. Da es das Tannenzäpfle nur in der Flasche gibt und bei Konzerten in der Regel Plastikbecher zum Einsatz kommen, wird es beim virtuellen, namensgebenden Zäpfle bleiben.

Bis zum ersten Konzert Anfang Dezember arbeitet Koko noch an den Feinheiten für das Konzept. Dabei interessiert Herrn Oßwald auch Eure Meinung: Wie wünscht ihr euch den Zäpfle Club? Wie soll’s da aussehen? Welche Bands – in der Größenordnung von 1000 bis 3000 Zuschauern – würdet ihr gerne mal dort spielen sehen?

Konzerte im Zäpfle Club

 
  • 05.12.2010 Bushido, „Tour 2010” (Eröffnungsshow)
  • 18.12.2010 Gentleman & The Evolution, „Diversity Tour 2010“
  • 06.02.2011 Element Of Crime
  • 20.02.2011 Clueso & Band, „Tour 2011”
  • 29.04.2011 Die Atzen, „Live 2011”

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