Z vor dem Aus: Kommen jetzt Proberäume rein?

Frank Zimmermann

Ob es unterm Siegesdenkmal noch einmal ein Jugendzentrum geben wird, ist unwahrscheinlich. Keiner der drei Bewerber konnte die Stadtverwaltung vollends überzeugen. Im Gespräch sind nun Proberäume. Die Entscheidung, wie die Räume des ehemaligen Z genutzt werden sollen, hat die Verwaltung auf den Herbst vertagt.



Wende in der Debatte um die Zukunft des stillgelegten "Z" unterm Siegesdenkmal: Im Rathaus rückt man von der Idee ab, in den Räumen des "Z" wieder ein Kultur- und Jugendzentrum zu eröffnen. Die Stadtverwaltung ist von den Konzepten der drei Bewerber nicht vollends überzeugt. "Zwei Konzepte sind gut, aber mit Fragezeichen behaftet", sagt Kultur- und Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach. Die neue Idee: Im früheren "Z" sollen Proberäume für Bands eingerichtet werden.


Absagen hat die Stadtverwaltung den Bewerbern bislang nicht erteilt. Von Anfang ohne Chance war die kommerzielle Bewerbung der Media Konzept GmbH; von der Stadt genauer unter die Lupe genommen wurden die Konzepte der Initiative "Artik" und der christlichen Freikirche International Christian Fellowship (ICF). Vor allem Artik, einem Zusammenschluss von Vereinen, Jugendorganisationen und Einzelpersonen, wurden Chancen eingeräumt, mit der Idee einer offenen, von einem zu gründenden Verein begleiteten Jugendarbeit zum Zuge zu kommen. Worin die Zweifel der Stadt bestehen, wissen weder die Vertreter von ICF noch die von Artik, Rückmeldungen aus dem Rathaus bekamen sie zuletzt keine. "Ich wäre tierisch enttäuscht, wenn keiner der Bewerber zum Zuge käme", sagt der ICF-Vorsitzende Jörg Gräfingholt. Joe Evers von Artik will sich noch nicht geschlagen geben und öffentlich Werbung in eigener Sache machen; so plant Artik am 5. Juli in der Mensa eine Podiumsdiskussion zum Thema. "Wir fühlen uns noch total im Rennen", sagt Evers.

Bürgermeister von Kirchbach hält sich indes bedeckt. Offenbar bestehen im Rathaus aber noch Befürchtungen, dass ein neues Jugendzentrum so enden könnte wie das alte "Z" – der Trägerverein war am Ende pleite: "Wir können uns keine Experimente mehr leisten", sagt von Kirchbach. Zudem will die Verwaltung die Betriebskosten minimieren – bislang betrug der städtische Zuschuss, der Basis für die neuen Konzepte war, 43 000 Euro.

Von Kirchbach will deshalb noch eine andere Idee prüfen: Der Verein Multicore, eine Initiative zur Förderung Freiburger Bands, soll – so der Wunsch der Stadt – die "Z"-Räume mieten und an Bands weitervermieten. Im Keller des städtischen Kunsthauses L6 in Zähringen geht dieses Konzept auf, dort vermietet Multicore günstig acht Übungsräume an 20 Bands. "Der Bedarf an 20 weiteren Proberäumen ist auf jeden Fall da", sagt der Multicore-Vorsitzende Tilo Buchholz.

Von 50 Bands, die auf der Suche nach Probemöglichkeiten sind, habe er Rückmeldungen erhalten. Die Idee, im "Z" Proberäume unterzubringen, ist für ihn aber ein zweischneidiges Schwert: Zum einen freue er sich natürlich über das Ansinnen der Stadt, die selbst vier Proberäume im Kepler-Gymnasium verwaltet; zum anderen hält er die Räume im "Z" nur für bedingt geeignet. Es fehlen am Siegesdenkmal Parkmöglichkeiten, damit Bands ihr Equipment aus- und einladen können. Und: Ohne Umbauarbeiten stünden nur vier bis fünf Räume zur Verfügung; Multicore bräuchte angesichts der hohen Energiekosten aber zwölf Räume, damit sich das Modell finanziere, sagt Buchholz – was Umbaukosten voraussetzt, die im fünfstelligen Bereich liegen dürften. Bei weniger Räumen sei auch eine niedrige symbolische Miete denkbar.

Bis Herbst will die Verwaltung prüfen, welches die beste Lösung ist, und dem Jugendhilfeausschuss einen Vorschlag zur Abstimmung vorlegen.

Dieser Artikel ist in der heutigen Ausgabe der Badischen Zeitung erschienen.

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