Yuki-Club im Drifter's: Die begehrte Weihnachtsparty

Katharina Wenzelis

"Gehst du dieses Jahr auch zur Yuki-Club-Party?" Diese Frage hört man dieser Tage in Freiburg desöfteren. Am Montag findet der Yuki-Club im Drifters schon zum achten Mal statt und nicht wenige Freiburg-Exilanten sehen darin "Die Party des Jahres". Immerhin kommt man ja auch nur mit Einladung rein. Ein Interview mit Yukihiro (26), dem Gründer der angesagten Einmal-im-Jahr-Fete.



Hiro, wie ist der Yuki-Club entstanden?

Alles hat mit einer Party zu meinem 19. Geburtstag angefangen, das war im Jahr 2001. Ich habe am 23. Dezember Geburtstag und wir haben damals reingefeiert, seither steigt die Party jedes Jahr am 22. Dezember. Ich wollte damals einfach eine größere Geburtstagsparty organisieren und suchte in Freiburg nach einer passenden Location. Die meisten Clubbesitzer wollten minimum 1000 Euro, das konnte ich mir natürlich nicht leisten. Eine Freundin kannte den ehemaligen Geschäftsführer vom Drifters.

Damals sah das Drifters noch anders aus, oder?

Ja. Der Club war noch nicht umgebaut und viel kleiner als heute, außerdem ging es der Location zu dieser Zeit nicht besonders gut. Ich schlug dem Geschäftsführer vor, dass an diesem Abend mindestens 150 Leute zur Party kommen würden, was für das Drifters damals sehr viel war - viele Besucher, die sich sonst wahrscheinlich nicht dahin verirrt hätten. Dafür sollte er mir die Location umsonst zur Verfügung stellen. Er fand die Idee gut und schlug ein. Die Party war super und ein voller Erfolg. Wir beschlossen, die Party zu wiederholen. Der Yuki-Club war geboren.



Was bedeutet der Name Yuki?

Mein richtiger Vorname ist Yukihiro, allerdings kennen mich die meisten Leute nur als Hiro. Ich wollte der Party einen persönlichen Namen geben, aber meinen richtigen Namen zu benutzen, fand ich blöd. Ich wollte anonym bleiben aber gleichzeitig, dass die Leute, die mich kennen, auch wissen, wer hinter der Party steckt. Deshalb entschied ich mich für den ersten, weniger bekannten Teil meines Vornamens. Heute haben einige Partybesucher keine Ahnung, wer ich bin und dass die Party ursprünglich eigentlich meine Geburtstagsparty war. Aber das stört mich nicht.

Warum spendest du die Einnahmen jedes Jahr für einen guten Zweck?

Die ersten drei Jahre hat der Yuki-Club keinen Eintritt gekostet. Irgendwann haben mich viele Leute angesprochen, dass ich doch ruhig etwas Geld verlangen sollte, weil immer mehr Gäste zu der Party kamen. Aber ich wollte kein Geld an meinen Freunden verdienen und schon gar nicht an meinem Geburtstag und in der Weihnachtszeit. Ein guter Freund kam dann auf die Idee, dass man das Geld ja spenden könnte. Die Idee fand ich super. Seither kostet die Party fünf Euro Eintritt. Das tut keinem weh und es kommt eine Menge Geld zusammen.

Wem spendest du das Geld?

Bisher haben wir jedes Jahr an die UNICEF gespendet, so auch in diesem Jahr. Wir denken aber darüber nach, in den kommenden Jahren regionale Organisationen zu unterstützen.



Wen meinst Du mit "Wir"?

Die Party hat Ausmaße angenommen, mit denen ich nie gerechnet hätte. Viele meiner Freunde unterstützen mich bei der Organisation, alleine würde ich das nicht mehr schaffen. Mittlerweile ist der Yuki-Club zu einem Gemeinschaftsprojekt geworden, in diesem Jahr unterstützen mich 10 Leute.

Du bist inzwischen auch nicht mehr in Freiburg, oder?

Nein, ich lebe in Brüssel und arbeite dort in der Marketingabteilung eines großen Automobilherstellers.

Viele bezeichnen dein Fest als die Party des Jahres.

Das freut mich total und ehrt mich sehr. Aber letztlich machen die Gäste die Party und die Stimmung. Diese Party lebt davon, dass in den vergangenen Jahren viele Leute aus Freiburg weggezogen sind und alle über die Weihnachtszeit daheim zu Besuch sind, so wie ich auch. Die Leute treffen sich dann am 22. Dezember im Drifters. Die Party funktioniert deshalb so gut, weil sie nur einmal im Jahr in der Weihnachtszeit stattfindet.

Kann eigentlich jeder kommen?

Auf der Webseite des Yuki-Clubs kann man sich zur Party anmelden. Wir schauen dann, woher wir die Leute kennen und lassen ihnen eine Eintritts-ID zukommen. Natürlich kennen wir nicht alle persönlich, aber wir möchten eben gerne wissen, zu wem oder zu welcher Gruppe die Leute gehören. So wollen wir vermeiden, dass Leute auf die Party kommen, die nicht reinpassen. Zum einen machen wir das, um Ärger zu vermeiden und zum anderen ist der Ansturm mittlerweile so groß, dass uns gar nichts anderes übrig bleibt.

Nach welche Kriterien wählt ihr die Leute aus?

Wir haben keine Richtlinien. Das Alter spielt eine Rolle und die Frage, über wieviele Ecken wir jemanden kennen. Wir machen uns auch Gedanken darüber, ob die Person mit den Leuten auf der Party klarkommt. Natürlich kommen auch Leute, die wir gar nicht kennen. Viele schreiben uns an, dass sie uns nicht kennen, aber viel von der Party gehört hätten und gerne kommen würden. Da sprechen wir uns dann ab.

Wird dir der ganze Aufwand nicht zuviel?

Etwas Arbeit steckt da schon dahinter. Aber wie gesagt, ich habe viele Helfer und es macht uns ja auch Spaß. Am Anfang verteilten wir noch Flyer und führten eine Liste von Hand. Das war sehr viel Arbeit. Später erstellten drei meiner Freunde die Webseite, die uns sehr viel Arbeit abnimmt. Außerdem können wir auf diese Weise alles organisieren, ohne dafür in Freiburg zu sein.

Wieviele Leute erwartet ihr am Montag?

Um die 400, wie auch in den vergangenen Jahren.

Was für Musik wird im Yuki-Club gespielt?

Hauptsächlich House und Elektro. Ich lege selber auf, zusammen mit meinem Kumpel Andi.



Kannst Du die Party denn genießen bei all dem Stress?

Eigentlich hat mir die Party immer Spaß gebracht, aber es gab auch Jahre, da bin ich nur hin- und hergerannt und war teilweise ein wenig genervt. Aber seit wir das mit der ID machen, ist einfach alles organisierter und wir haben mehr Zeit, um Spaß zu haben.

Mehr dazu:

Was: Yuki-Club-Party
Wann: Montag, 22.12.2008
Wo: Drifters-Club
Hinweis: Kein Einlass ohne vorherige Anmeldung möglich

Webseite: Yuki-Club