Wunder Schlaf

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, warum Tieren ein längeres Liegen besser gelingt als Menschen? Wenn ein Mensch, beispielsweise auf eine Intensivstation oder in einem Pflegeheim längere Zeit bewegungslos daliegt, wird die Haut so stark belastet, dass eine Wunde entsteht. Winterschlaf haltende Tiere hingegen haben dieses Problem nicht. Dass sich Igel, Siebenschläfer und Bär nicht wundliegen, hat einfache Gründe.

Viele Menschen würden es den Tieren in dieser Jahreszeit gerne gleichtun und einfach bis zum Frühling nicht mehr aus dem Bett aufstehen. Das kann aber, wenn man sich nicht regelmäßig wendet oder umlagern lässt, zum im Pflegealltag als Dekubitus bekannten Wundliegen kommen (sensiblere Gemüter sollten diesen Link nicht auslösen).


Winterschläfern im Tierreich passiert so etwas aber nicht. Zum einen sind die meisten von ihnen, etwa das Murmeltier oder auch der Igel, viel zu leicht, um sich Verletzungen zuzuziehen. Denn diese benötigen viel Zeit und viel Druck um zu entstehen. Zum anderen sind sie einfach gut gepolstert: Das meist dicke Fell schützt die Haut. Und in gewissen, von Art zu Art unterschiedlichen Zeitabständen fahren auch diese Langschläfer ihren Körper wieder hoch und räkelnsich ein wenig um.

Größere Winterschläfer wie Bären oder Dachse verfügen aber über das ausreichende Gewicht. Doch sie schlafen nicht wirklich: Sie befinden sich in einer Winterruhe, die eher unruhig ist. Dabei dösen sie zwar die meiste Zeit vor sich hin, aber stehen schon mal alle paar Stunden auf und legen sich in neuer Position wieder nieder.

Diese Verhaltensweise müsste auch ein den Winter verschlafen wollender Mensch durchhalten, um sich die Haut nicht wund zu liegen. Außerdem muss man ab und zu aufstehen, um die körperlichen Bedürfnisse zu befriedigen, die Winterruhe einhaltende Säugetiere abstellen können, wie etwa essen oder trinken.