Worum es im neuen Stück des Mondo Musiktheaters geht

Fabian Thomas

Das Mondo Musiktheater präsentiert am Samstag ihr neues Stück "Café Europa". Im fudder-Interview erzählt Regisseurin Stephanie Heine über Grenzenlosigkeit und Heimat, und gibt Einblicke in eine deutschlandweit einzigartige Musicalgruppe.

fudder: Von was handelt Mondos neues Stück Café Europa?

Stephanie Heine: Es ist ein Stück über Heimat, offene Grenzen und Menschen, die zusammenkommen. Im Café Europa arbeiten Leute und es sind Stammgäste da. Es kommen Gäste aus verschiedenen Ländern, was wir liebevoll klischeehaft inszenieren - die Engländerin kommt aus dem Nebel, die Französin trinkt Wein und wir haben auch einen Südbadener mit auf der Bühne.

Wir erzählen eine Geschichte, die wir immer durchbrechen durch Songs, Slams oder Erzähltexten die den Zusammenhang zwischen unserer Geschichte und dem europäischen Gedanken. Mehr will ich erst mal nicht verraten.

Haben politische Ereignisse wie der Brexit das Stück beeinflusst?

Den Brexit haben wir ein bisschen drin, auch Verhältnis zu den Amerikanern, aber es ist kein politisches Stück. Es ist eher ein Stück über das Zusammenkommen auf der menschlichen Ebene mit unterschiedlichen Charakteren - egal was die da oben in der Politik machen.

Mir ist neulich so richtig bewusst geworden, dass das neue Format, was Mondo hat, dass wir nämlich gemeinsam dieses Stück basteln, ja auch wie Europa ist. Ich habe einen Rahmen vorgeben, aber innerhalb dieses Rahmens ist alles gemeinsam entstanden. Das passt ja auch zur europäischen Idee.

Wie genau lief das gemeinsame Schreiben ab?

Ich habe die Grundhandlung gesteckt und dann habe ich Szenen improvisieren lassen und mitgeschrieben. Die Dialoge der ersten Hälfte sind wirklich in den Impros entstanden nach ganz vielem Ausprobieren und Reden. Manchmal habe ich gesagt "Probe ist jetzt zu Ende" und nach einer Stunde saßen wir immer noch da. Aber irgendwann muss auch einfach jemand sagen: So jetzt wird’s gemacht. Wenn man zu jedem Thema von allen Schauspielern die Meinungen anhört, entwickelt sich das Stück sehr langsam.

Wie aufwendig ist es, ein Musical auf die Beine zu stellen?

Seit Mai Proben wir innerhalb des Semesters zweimal wöchentlich. Dazu hatten wir im Oktober zwei Wochen intensive Proben, und dann die Wochenenden hier auf der Bühne der Mensabar. Es ist schon viel - aber von nichts kommt nichts.

Das Proben mit diesem Cast war echt toll - jeder fühlt sich verantwortlich. Es war oft so, ich bin auf die Probe gekommen, und es war alles vorbereitet. Da spürt man diesen Mondo-Geist. Deswegen mache ich es auch immer noch, auch wenn es ziemlich aufreibend ist.

Was ist dein Tip gegen Lampenfieber?

Gut proben, gut vorbereitet sein und gut aufgehoben sein in der Gruppe. Vor dem Auftritt machen wir gemeinsames Warm Up, tanzen und singen und kommen eben einfach zusammen in der Gruppe.

Warum lohnt es sich, Café Europa anzuschauen?

Weil durch die zehn skurrilen Charaktere auf der Bühne viel Witz, super Musik und Spiellust drin ist. Wir haben unglaublich begabte Leute, die könnten eigentlich Gesang studieren. Profi-Kollegen die sagen mir oft, dass kann Mondo locker mit professionellen Aufführungen mithalten kann.

Außerdem sind wir das einzige Studierendenwerk, das so eine Musical-Gruppe hat. Wir führen nicht Cats oder Legally Blond auf, sondern stellen selber was auf die Bühne. Café Europa macht einfach gute Laune.
Was: Mondo spielt "Café Europa"
Wann: Premiere am Freitag, 12. Januar, 20 Uhr

Weitere Termine an allen Wochenenden im Januar
Wo: Mensa Rempartstraße
Eintritt: 16 Euro (ermäßigt 9 Euro)
Tickets: BZ-Ticket (Zu den Terminen runterscrollen)