Wortmanns WM-Film startet im Oktober

Alexander Ochs

Ein Jahr lang hat der deutsche Regisseur Sönke Wortmann (Foto rechts neben Jürgen Klinsmann) die deutsche Nationalmannschaft mit der Kamera begleitet, hat ihnen beim Schwitzen im Trainingslager zugesehen, bei allen Spielen mitgefiebert, beim Sieg gegen Argentinien mit der Mannschaft gejubelt, beim unglücklichen Aus gegen Italien geweint und schließlich noch ein letztes Ma lauf der Fanmeile in Berlin gefeiert. 100 Stunden Filmmaterial werden auf zwei Stunden zusammen geschnitten und dabei entsteht hoffentlich ganz großes Fußballkino. Mitte Oktober soll der Film in den deutschen Kinos anlaufen.Lange Zeit war nicht klar, ob der Film nun im Fernsehen oder im Kino ausgestrahlt werden sollte. Doch die WM-Euphorie der Deutschen bestätigt Wortmanns Entscheidung. Ein weiterer Grund sind die packenden Spiele und das Erreichen des Halbfinales der Mannschaft. "Es ist immer ein Unterschied, ob man es sich zu Hause vor dem Fernseher gemütlich macht, sich ein Bier holt und sich das im Fernsehen anguckt. Aber um dann aufzustehen, ins Kino zu fahren, zehn Euro Eintritt zu bezahlen und eine deutsche Mannschaft vielleicht im Achtelfinale verlieren zu sehen ? da bin ich mir nicht so sicher, ob das funktioniert.", so Wortmann auf Tagesspiegel Online. Für jedes Spiel schnitt er auf Wunsch von Jürgen Klinsmann kleine Filmchen zur Motivation der Spieler zusammen und wurde so aktiv in die Vorbereitungen eingebunden. Alles hat er natürlich nicht gefilmt. Wer sich auf Duschszenen von Ballack und Co. freut, tut dies vergebens. Aber echte Tränen wird es geben, guten Fußball und beeindruckende Bilder einer erinnerungswürdigen Weltmeisterschaft in Deutschland.Sönke Wortmann war drei Jahre lang Fußballprofi, entschloss sich dann aber seine Fußballlaufbahn für ein Studium aufzugeben. Heute ist er als Regisseur von Filmen wie "Der bewegte Mann", "Das Superweib" und "Das Wunder von Bern" bekannt - also ganz großes Kino. Seine WM-Doku drehte Wortmann hingegen mit einer kleinen, digitalen Panasonic - wie ein richtiger Videojournalist.