Wolliger Luftkampf

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, welch außergewöhnliche Verteidigungsstrategie die Große Wollbiene benutzt? Die Männchen dieser Solitärbienengattung brauchen für die Weibchen, die sie begatten wollen, ein Revier mit vielen leckeren Blütenpflanzen und ein paar hübschen Wohneinheiten zur Eiablage.

Damit seine Auserwählten genug Futter für sich und die Brut finden, muss die Wollbienendrohne das Revier von Nahrungskonkurrenten freihalten. Das sind nicht nur Männchen der gleichen Art, sondern alle anderen Nektar und Blütenstaub sammelnden Insekten wie Hummeln oder andere Bienenarten. Entdeckt der Revierbesitzer einen potenziellen Mitesser in seiner Umgebung, nutzt er seine anatomischen Vorteile und schaltet auf Angriff.


Am Hinterleib des bis 18 Millimeter großen Insektes befinden sich fünf ungiftige Dornen. Die Drohne fliegt direkt auf das gegnerische Insekt zu. Kurz vor dem Zusammenprall krümmt sie den Hinterleib nach vorn und trifft recht zuverlässig einen Körperteil des Gegners. Wenn das andere Insekt im Gesicht oder, am besten, an den Flügeln getroffen wird, geht es unweigerlich zu Boden. So beschädigt hat der Nahrungskonkurrent keine Chance mehr, sich in die Lüfte zu schwingen und verhungert unweigerlich.