Wohnmobile Meilenstein: So kriegt man die Werkstatt voll

Adrian Hoffmann

2006 wird das Jahr der Wohnmobile in Freiburg: Im Juni rücken die holländischen Fußballfans zur Weltmeisterschaft an. Da passt es zeitlich ganz gut, dass Alexander Pajdakovic im Februar seinen Wohnmobilhandel Meilenstein eröffnen wird. So etwas Besonderes sind Wohnmobildienste eigentlich nicht. Aber er hat eine Idee, die ankommen könnte: Er wird einen großen Flachbildschirm in der Werkstatt aufhängen - damit die holländischen Fans bei ihm im Geschäft vorbeischauen.



Der 40-jährige Freiburger wird damit einfach das kopieren, was in Restaurants gängig ist, in Autohäusern allerdings mal ganz was anderes. Bier wird es für die Fans natürlich auch geben.


Es gibt viele Autohäuser, vor allem viele, in denen man andauernd gähnen muss vor Service-Langeweile und weil so viele Bonbons auf den Tischen stehen. Bei Alexander Pajdakovic in der Haslacher Straße 25 (gegenüber der Breisgau-Milch) wird das anders sein:

Der Mittelpunkt seiner Verkaufsräume und Werkstatt wird ein großer, steinerner Tresen sein, auf dem sich die Kunden bei einem Pils entspannen und über die neue Antenne auf ihrem Wohnmobil nachdenken können. "Die Leute hier sollen sich einfach mal hinsetzen können, ohne dass sie gleich jemand bequatscht", sagt Pajdakovic.

Pajdakovic ist ein lockerer Typ, hat verstrubbelte blonde Haare, mindestens einen Vier-Tage-Bart - und vor allem hat er ordentlich Mut. Das Areal, auf dem er künftig verkaufen und reparieren wird, ist 2000 Quadratmeter groß, die Bank unterstützt ihn, das Konzept war überzeugend, und das, obwohl Pajdakovic aus der Arbeitslosigkeit heraus seine Idee in Angriff nimmt. "Ich glaube einfach daran, dass das hier Potenzial hat", sagt er.

Im Sommer soll das Rolltor oben sein, die Sonne den Kunden auf die Köpfe scheinen. "Das wird wie im Urlaub hier", sagt Pajdakovic. "Mir kommt es darauf an, dass die Atmosphäre gut ist, es soll ein Multi-Kulti-Erlebnis sein." In den Nebenräumen haben sich Musiker eingemietet, dort wird es ein Tonstudio geben.

Zusammen mit seiner Frau Dagmar verreist er schon lange mit dem Wohnmobil, jedes Jahr ein paar mal. Selbst vor dem Winter schrecken sie nicht zurück, fahren nach Österreich, fahren Ski oder wandern im Schnee. Er will auch Gruppenwohnmobilfahrten organisieren, ist im Grunde auch noch Reiseveranstalter. "Das ist mollig warm im Wohnmobil", sagt Pajdakovic.

Man könnte meinen, er sei einer dieser verrückten Holländer.

Übrigens: Der Flachbildschirm wird nach der WM weiterverwendet - für Formel1-Übertragung.