Wölfe Freiburg: Alles ist möglich

Dirk Philippi

Während die Wölfe Freiburg gestern Abend vor 1600 Zuschauern ihren Siegeszug durch die Eishockey-Oberliga mit einem 4:1-Erfolg über Rostock fortsetzten, brodelt in, um und um das Eisstadion herum die Gerüchteküche in Sachen Neuverpflichtungen. Fest steht dabei nur: bis Ende Januar wird sich der Kader der Wölfe verändern und selten ist jemand ins blau-weiß-rote Trikot geschlüpft, der zuvor schon in Fankreisen gehandelt wurde.



Die Geschichte des Spiels war schnell erzählt, Freiburg überlegen, aber teils zu unkonzentriert im Abschluss, Rostock bemüht, aber insgesamt zu schwach, und der Schiedsrichter ein schlechter Witz, und so schien es, als hätte der neue Stadionsprecher und Pressekonferenz-Moderator Arne Bicker nur bis aufs Ende der überaus humoresken Rhetorik von Gästetrainer Sergey Yashin (Audio-Mitschnitt unten) gewartet, um danach als erster die Frage zu stellen, die momentan Freiburgs Eishockeygemeinde beschäftigt: Kommt wer, und wenn ja, wer kommt?


Ersteres bestätigte Trainer Peter Salmik gerne, über alles Weitere schwieg er sich allerdings aus. Es könne ein Verteidiger oder auch ein Stürmer sein, eventuell auch beides, schien dem Freiburger Erfolgscoach das Versteckspiel sichtlich Spaß zu machen. Wobei man davon ausgehen darf, dass er womöglich schon allen Grund zum Grinsen hat, denn letztlich entfuhr ihm doch ein leises „Gut möglich, dass Eure Augen noch funkeln werden!“

Nun ist es müßig, die Glaubhaftigkeit und das Realistische an jedem Gerücht zu analysieren – zu abwegig ist manches, was so durch Freiburgs Westen geflüstert wird. Und dennoch wollten Pressesprecher Holger Döpke und Berater Ronald Danner gestern (fast) keinen einzigen Namen dementieren – zum Beispiel weder den von Dany Bousquet (hat Partnerin aus Freiburg), Roman Kadera (Freund Salmiks) oder Adam Spylo (Freiburg-Freund): „Alles interessante Spieler!“ Lediglich eine Verpflichtung von Michael Vasicek, der aufgrund von Depressionen beim Zweitligisten aus Schwenningen zeitweise freigestellt wurde, schlossen die Wölfe-Funktionäre momentan aus: „Michael ist noch nicht so weit, dass er wieder spielen kann“, stellte Danner fest.

Beim Betrachten der sportlichen Situation scheint derweil folgendes Szenario realistisch: Gesucht werden sowohl ein Verteidiger als auch ein Stürmer. Während die Wölfe anscheinend schon länger in Gesprächen mit einem deutschen Verteidiger sind, könnte der Stürmer auch eine Kontingentstelle belegen: „Auch ein Ausländer-Tausch ist noch denkbar“, bestätigte der Trainer ganz allgemein.

Über den Termin der Neuverpflichtung(en) kann offenbar auch noch nichts Genaues gesagt werden. Während Döpke das nächste Wochenende als möglichen Zeitpunkt in Aussicht stellte, glaubt Trainer Salmik eher an Ende Januar, was der spätmöglichste Termin wäre. Am 31.1. endet die Transferzeit, und als ob Salmik es noch nebulöser machen wollte, stellte er noch ein Szenario in den Raum: „Auch möglich, dass wir zum 31. jemanden verpflichten, der dann aber erst im Februar kommt.“

Was ist also Fakt? Die Wölfe Freiburg werden ihren Kader noch verändern und sind dafür mit mehreren Spielern im Gespräch. Eine Entscheidung ist noch in keinem Fall getroffen und wird wohl auch mindestens noch ein bis zwei Wochen dauern. Nach Aussage der Verantwortlichen wollen diese noch zuwarten, um sich wirklich den oder die bestmöglichsten Spieler sichern zu können. Das Ziel dabei ist klar: Der Aufstieg soll her – und zwar dieses Jahr! Und dafür möchte und muss man die bestmöglichen Voraussetzungen schaffen.

Bei all den Wechsel-Tuscheleien wurde übrigens beinahe übersehen, dass sich gegen Ende des gestrigen Heimsiegs Wölfe-Verteidiger Daniel Ketter bei einem Check an der Schulter verletzte, durch Manuel Neumann ersetzt wurde und heute zur Kernspintomographie in die Klinik musste. Beim morgigen Spiel gegen Peiting wird Ketter wohl ebenso wenig mitwirken können wie Ersatztorhüter Benjamin Dirksen, der erneut für den EV Landsberg 2000 spielen wird.

Aber wie gesagt: Alles ist möglich bei den Wölfen Freiburg im Januar 2008.

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Audio-Mitschnitt der Pressekonferenz: