Wochenend-Kurzfilm (62): Futter

Nina Braun

Endlich mal ein Wochenend-Kurzfilm auf fudder mit standesgemäßem Namen: "Futter" heißt das amüsante Vierminutenstück aus dem Jahr 1996, in dem sich ein Löwe ganz alternativ auf die Jagd macht: mit Nettigkeiten, viel Verständnis und der Vision einer besseren Welt.



Die Geschichte ist ebenso einfach wie das Ende überraschend: Ein schüchterner Löwe wird bei der Fütterung im Zoo übersehen und muss nun unversehens selbst auf Nahrungssuche gehen – kein leichtes Unterfangen, wenn man so friedfertig unterwegs ist wie unser Protagonist, dessen natürliche Blutrünstigkeit dick in Konfliktscheue und Gewaltfeindlichkeit eingebettet ist. Dass seine "Jagd" letztlich von Erfolg gekrönt ist, hat er denn auch allein dem aufopfernden Verständnis eines ähnlich freundlichen Zoobewohners zu verdanken.


Es ist die unerwartete Zusammenführung von animalischen Trieben und  gelebtem Pazifismus linksalternativen Einschlags, die den kleinen Film des Offenbacher Regisseurs Carsten Strauch trotz oder gerade wegen seiner fast antiquiert wirkenden Animation so unterhaltsam macht. Dank der originellen Grundidee wurde er schon mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Kurzfilmpreis in Gold.

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