Wo rockt's? Selig im Jazzhaus

Alexander Ochs

Heute Abend spielt die Hamburger Band Selig im Jazzhaus. Die Liebeshymne "Ohne Dich" machte sie bekannt. Selig lösten sich auf, vereinigten sich 2008 wieder und haben nun ein neues Album am Start. Wir verlosen davon drei Exemplare.



Es gab eine Zeit, da kam man nicht an Selig vorbei. Egal ob man Fan war oder nicht. Sie spielten leicht verstrahlten Rock, wie geschaffen für junge Erwachsene auf dem Selbstfindungstrip, Pubertierende im Drogenrausch oder Nachwuchsintellektuelle in der Urschrei-Therapie. Seit zwei Jahren sind sie wieder zusammen. Heute Abend im Jazzhaus.


Mitte der 90er Jahre haben die fünf Hamburger die deutsche Musikszene stark geprägt. Ihr rockiger Sound, die kraftvolle Gitarre, die charismatische Stimme von Sänger Jan Plewka, die eindringlichen Texte, das war eine gute Mixtur. Wie Plewka krächzte und schrie, vollkommen entfesselt und schwer pathosgetränkt, das ging einem durch Mark und Bein, konnte aber auch schön mit dem Kopf goutiert werden.

Kaum eine WG, schon gar nicht in Freiburg, bei der die psychedelisch durchgeknallte Liebeshymne Ohne Dich nicht ständig lief. Kaum eine Party ohne Selig-Wachrüttler wie Lass mich rein oder Ist es wichtig. Damals schminkten sich die Bandmitglieder und feierten ihre Mucke als „Hippie-Metal“ und sich selbst-ironisch als die Narrenkappe des deutschen Grunge. Später schlüpften sie dann – wie so viele andere Bands, die damals so etwas wie Relevanz ausstrahlen wollten: H-Blockx, Metallica, ... – in Anzüge, und schwupps, nach zwei guten Alben, war’s das. Ein drittes, schwächeres Album kam noch nach. Konsequenterweise hat sich die Band Ende der 90er dann aufgelöst.

Überraschend dann das Comeback zehn Jahre später: Seit August 2008 sind Selig wieder in Originalbesetzung zusammen, haben erst eins, dann noch ein zweites Album eingespielt und sind seitdem wieder auf Tour. Musikalisch knüpfen sie nahtlos an ihre alten Stärken an – oder spielen einen ähnlichen Stiefel, allerdings etwas poppiger arrangiert und phasenweise mit etwas melodieverliebten Leichtseichtpassagen. Am 1. Oktober sind sie bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest für Hamburg an den Start gegangen und 8. geworden –mit ihrem am selben Tag erschienenen Album Von Ewigkeit zu Ewigkeit kommen sie nun ins Jazzhaus. Zeit für ein bisschen Seligkeit...



Selig: Ohne Dich (1995) live

Quelle: YouTube
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Verlosung

fudder verlost drei aktuelle CDs von Selig ("Von Ewigkeit zu Ewigkeit"). Wer gewinnen möchte, schickt eine E-Mail mit seinem Namen, seiner Adresse und dem Betreff  "Selig" an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Freitag, 26. November 2010, 15 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Schaut also in euren Posteingang. Viel Glück!

Mehr dazu:

Was: Selig
Wann: Heute, Dienstag, 23. November 2010, 20 Uhr
Wo: Jazzhaus Freiburg
Tickets: 30,25 Euro (VVK)