Wo rockt's? Nils Koppruch im Swamp

Tobias Schächtele

Wenn sich eine Band wie Fink auflöst, dann animiert diese Nachricht zu Vergleichen wie: Der Vogel ist tot, gebraten, singt nicht mehr. Doch das ist eigentlich falsch. Vielmehr hat sich der Fink gemausert. In neuem Gefieder lebt er als Nils Koppruch wieder auf. Heute präsentiert er sein erstes Solo-Album im Swamp.



"Den Teufel tun" nennt der Sänger, Songwriter und Maler aus Hamburg sein gelungenes erstes Album, dass auch als achte Fink-Platte durchgehen könnte. Fink waren in erster Linie immer Koppruch, der die Besetzung der zehn Jahre existierenden Gruppe freiwillig wie unfreiwillig wechselte.


Daran hat sich im Grunde nichts geändert, denn auf "Den Teufel tun" tauchen eine Vielzahl alter Wegbegleiter auf. Allerdings ist ihre Position eine andere. Weil Koppruch das Team für "Den Teufel tun" erneut hätte austauschen müssen, fiel die Entscheidung, gleich als Nils Koppruch aufzutreten.

Stiller und akustischer sind seine Lieder, nie verklausuliert oder elitär. Seine zugänglichen Strukturen stellen den Song in den Mittelpunkt. Dezente Bläser (von Fettes Brot) unterstützen die vertrauten Country- und Folkklänge. Nicht alles, worüber Nils singt, ist gelebt - aber mindestens gefühlt. Dadurch erfüllen auch sämtliche Stücke des Albums Nils Eigenanspruch, ähnlich wie Sklaven- und Seemannslieder Trost und Ablenkung zu schenken. Und mehr muss ein gutes Lied auch nicht leisten.

Mehr dazu:

Was: Nils Koppruch & Heroes United
Wann: Donnerstag, 13. November 2008, 21 Uhr
Wo: Swamp Freiburg, Talstr. 90