Wo rockt's? Ólafur Arnalds im White Rabbit

Carolin Buchheim

Wie schön, dass der Isländer Ólafur Arnalds erst heute Abend in Freiburg auftritt und das nicht schon gestern getan hat. Denn unter dem Gehupe und Gegröle glücklicher Fußballfans in der Innenstadt bis früh in den Morgen wäre seine unglaublich schöne, moderne Kammermusik selbst in den Tiefen des White Rabbit-Gewölbes übertönt worden. Und das wäre verdammt schade.



Ólafur Arnalds macht zusammen mit einem kleinen Streicherorchester moderne Kammermusik. Und damit meine ich nicht Chamber-Pop, wie ihn Final Fantasy und Kollegen machen, sondern tatsächlich Kammermusik, fast ohne Popversatzstücke, ohne Gesang, ohne Post-Rock-Elemente. Das Ergebnis ist tatsächlich moderne Klassik: Streicher, ein Klavier und ganz ganz wenig Fiepsen und Piepsen vom Laptop.


Weil Ólafur Arnalds aus Island kommt und seine Musik irgendwie anders ist als so ziemlich alle Indie-Musik, steht in fast jedem Text über ihn auch irgendetwas über Sigur Rós. Diese Vergleiche sind letztendlich wenig hilfreich, denn der Sound von Sigur Rós wird durch die Phantasie-Lyrics von Jónsie Birgisson maßgeblich geprägt und ist sehr viel orchestraler, üppiger und psychedelischer als Arnalds Songs, die schlicht und unprätentiös sind. Allein in der Wirkung hingegen ähnelt sich die Musik: Es ist Musik, die ruhig macht und anrührt.

Freuen wir uns also heute Abend auf ein sicher wunderschönes Konzert, bei dem das White Rabbit-Publikum hoffentlich endlich mal wirklich still ist und das hoffentlich vor dem ersten Auto-Korso auf dem Siegesdenkmal vorbei ist.

Als Support mit dabei ist die ebenfalls aus Island stammende Band Rökkurró.



Mehr dazu:

Was: Ólafur Arnalds (Support: Rökkurro)
Wann: Dienstag, 17. Juni 2008, 21 Uhr
Wo: White Rabbit, Freiburg
Tickets: 9 Euro (Vorverkauf), 12 Euro (Abendkasse)

 

Ólafur Arnalds performs for the Iceland Airwaves Podcast

Quelle: YouTube