Wo rockt's? Klamottentauschparty im Kamikaze

Gina Kutkat

Im roten T-Shirt traf man seine große Liebe, in der weißen Bluse schwitze man beim ersten Bewerbungsgespräch und die abgewetzte Jeans war bei jeden Festivals dabei: Jedes Kleidungsstück trägt seine eigene Geschichte - und wandert trotzdem irgendwann in den Altkleidersack. "Warum nicht einfach mal tauschen?" dachten sich Jens Vogel, Sascha Klemz und Sebastian Backhaus und entwickelten das Konzept zur ersten Klamottentauschparty, die am Freitag im Klub Kamikaze stattfindet.



"Ich fand die Idee des Klamottentauschs einfach spannend," erläutert Sascha Klemz den Grundgedanken der Party, "denn jedes Kleidungsstück erzählt eine ganz eigene Geschichte und jeder verknüpft bestimmte Erinnerungen mit einzelnen Teilen." Jede Klamotte habe aber auch unabhängig vom Träger eine eigene Story zu erzählen, so Klemz. Baumwolle werde gepflückt, gesponnen und gewebt, der Stoff müsse genäht werden, um schließlich im Laden zu hängen. Und irgendwann verliert man leider den Gefallen oder wächst aus den Sachen raus. Endstation Müll oder Altkleidersack.


Genau an dieser Stelle setzt die Klamottentauschparty an. Zusammen mit dem Kultwerk- Geschäftsführer Jens Vogel und dem Marketingberater Sebastian Backhaus entwickelte der Inhaber von Zündstoff Clothing Sascha Klemz (alle drei Bild unten) die Idee für die Klamottentauschparty, die in dieser Form in Deutschland bisher einmalig ist. Die Leute werden im Kamikaze nicht einfach nur ihre Klamotten mitbringen und untereinander tauschen. Die DJs Nugath und Al Kaporn sorgen für musikalische Untermalung und Platz zum Tanzen wird es trotz der Kleiderberge immer noch geben.



Wer die Geschichte seiner Kleidung verlängern möchte oder einfach nur Lust auf ein neues und kostengünstiges Outfit hat, ist bei der Tausch-Sause am Freitag herzlich willkommen. Jeder kann so viel mitbringen, wie er möchte, und auch wer einfach nur in Feierlaune ist, kann vorbeischauen. Jeder sollte unter seinen Kleidungsstücken eines auswählen, das eine ganz besondere Bedeutung besitzt und deswegen einen extra Platz auf der Kleiderstange verdient hat. Alle anderen Teile werden auf verschiedene Kisten verteilt.

Damit am Abend alles rundläuft, haben die Macher drei Goldene Regeln erstellt: Bis 22 Uhr sollte jeder im Kamikaze sein, jeder darf mehr mitnehmen als er mitgebracht hat oder mehr dalassen als er mitnimmt, und alles, was im Kamikaze zurück bleibt, kommt in den Umsonstladen der KTS.



Wer seinen erstandenen Fummel etwas aufmotzen möchte, der kann dies am Stand der Firmen "Zündstoff. Global Streetwear“ und „didi – flex, flock, folie“ mit Hilfe von Transferdrucken machen lassen.

Die drei Macher wollen mit der Klamottentauschparty nicht ihren eigenen Geldbeutel füllen, für sie geht es auch um den sozialen Aspekt. "Wenn die Unkosten gedeckt sind, geht das restliche Geld an das Nachbarschaftswerk in Haslach, welches sozial-kulturelle Arbeit in Wohngebieten leistet," sagt Jens Vogel. "Wir wollen einfach ein bisschen etwas verändern."

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Was:
Klamottentauschparty
Wann: Freitag, 22. Mai, 21 Uhr
Wo: Klub Kamikaze
Eintritt: 4 Euro