Wo rockt's? Julie's Haircut und Castanets im Swamp

Carolin Buchheim

Die Band Julie's Haircut hört sich ungefähr so an, als hätten sich Interpol's Paul Banks und The Cure's Robert Smith im jugendlichen Alter zusammengetan, um erst ein bisschen Meskalin zu nehmen und dann zusammen Musik zu machen. Und zwar in Norditalien, ca. 1987 oder so. Heute Abend ist die Band im Swamp. Und hat einen großartigen Support dabei: Castanets.



In Italien – denn da kommen sie her – sind Julie's Haircut wohl eine große Nummer; ihre Alben laufen wohl bei MTV Italia rauf und runter, aber ob das so stimmt, lässt sich mit den begrenzten Italienisch-Kenntnissen der fudder-Redaktion nur schwer klären.


Wenn das stimmen sollte, spräche das für den Musikgeschmack der Italiener. Denn die Songs der Band, die es übrigens schon seit Mitte der Neunziger gibt, sind herrlich dunkel, vielschichtig und angenehm psychedelisch. Und selbst das nicht ganz akzentfreie Englisch gefällt einem bei diesem zeitgemäßen Indie-Rock.



Als Support mit dabei ist jemand, der eigentlich schon allein als Headliner taugt. Castanets ist ein Musikprojekt von Raymond Rapos, und allein oder mit wechselnder Besetzung spielt er Blues-Folk, der einen frösteln lässt, ums Herz herum.

In Castanets-Songs geht es um den Tod und den Abschied und die Endlichkeit, Rapos' Stimme ist brüchig und tief und hallt in der Leere der Welt oder über ein kleinwenig Elektro-Beat; dazu wird die Gitarre gezupft und als Zuhörer ist man verstört aber irgendwie auch getröstet, weil es also einem nicht allein so geht, mit allem.

Schön.



Mehr dazu:


Was: Julie's Haircut & Castanets
Wann: Freitag, 26. September 2008, 21 Uhr
Wo: Swamp