Wo rockt's? Interview mit der Alin Coen Band

Gina Kutkat

Alin Coen macht zart-schöne Musik, bei der man am liebsten die Augen schließt und einfach nur zuhört. Die junge Musikerin aus Weimar spielte bereits im März ein intimes Akustik-Konzert in Freiburg. Bei ihrem morgigen Gig im josfritzcafé hat sie neben ihrem Debütalbum "Wer bist du?" auch ihre Band dabei. Gina hat Sängerin Alin und Gitarrist Jan im Voraus ein paar Fragen gestellt.




Liebe Alin Coen Band, soeben erschien Euer Debütalbum "Wer bist du?". Ich gebe die Frage mal zurück: Wer seid ihr?

Wir sind Fabian Stevens am Schlagzeug, Philipp Martin am Bass, Jan Frisch an der Gitarre und am zweiten Gesang und Alin Coen an Gesang, Vermona-Piano und Gitarre.

Wie würdet Ihr Eure Musik einer tauben Person beschreiben?

Jan: Dunkelschön

Alin: Mein Vater ist Künstler und malt abstrakte Bilder. Er sagt, er male Musik. Für ihn lassen sich Kunstformen übertragen. Musik lässt sich zum Beispiel in Bilder, Skulpturen und Tanz übertragen. Für mich klingt unsere Musik nach fließenden Bewegungen im Tanz, im Bild würde ich zarte, teilweise filigrane Strukturen aber kräftige Farben wählen, um die Musik zu übertragen. Die Musik umfasst allerdings auch Bereiche, die nicht nur als akustisches Signal vermittelbar sind, beispielsweise der Inhalt oder die Bildersprache der Texte, oder der Rhythmus der Musik, der sich nicht nur hören, sondern auch fühlen lässt.

Folk, Deutsch-Rock-Pop, akustisch: So ordnen Kritiker Eure Musik ein. In welches CD-Fach im Plattenladen würdet Ihr Euer Debütalbum einsortieren?

In das Fach „Empfehlung des Hauses“.

„Man kann sie förmlich spüren, denn mit ihrer außergewöhnlichen Stimme und der Art, wie sie mit den Worten und den einzelnen Silben spielt, kommt sie dem Zuhörer sofort sehr nah, (...)“ heißt es in einer Kritik. Wie wichtig ist es Euch, eine Nähe zu Eurem Publikum aufzubauen und wie schafft Ihr das?

Wichtig ist uns die Nähe schon. Sonst könnten wir ja auch in unserem Proberaum bleiben. Wir haben bei Konzerten aber eher das Gefühl, dass nicht wir die Nähe schaffen, sondern die Musik. Die Nähe entsteht durch ein gemeinsames Interesse am musikalischen Moment, sowohl seitens des Publikums als auch von uns. Ein anderer Faktor sind die Texte, die Situationen beschreiben, die einige unserer Zuhörer ähnlich erlebt haben. Wenn man ähnliche Erfahrungen gesammelt hat, kann das ja auch ein Gefühl von Nähe oder Verbundenheit zutage fördern.

Eure Band trägt den Namen Eurer Sängerin, Ihr legt trotzdem viel Wert darauf, als Einheit wahrgenommen zu werden. Wie nehmt Ihr Euch selbst als Band wahr?

Als basisdemokratischer Musikverein.

Alin Coen ist in Hamburg geboren, in Weimar habt Ihr dann die Band gegründet. Mal singt Alin die Lieder auf Deutsch, mal auf Englisch. Welcher Szene fühlt Ihr Euch musikalisch zugehörig?

Wir sind wohl der Popszene angehörig. Wir fühlen uns keiner Szene musikalisch verpflichtet, aber wir bewegen uns bisher im Bereich Singer/Songwriter oder Folk. Es gibt Einflüsse aus der Minimal-Musik und wir sind mit der Musik, die wir in letzter Zeit fabrizieren, dabei etwas schrägere Klänge für uns zu entdecken.

Alin, woher nimmst Du die Inspiration für deine Texte? Wie entscheidest Du, ob ein Song in Englisch oder Deutsch gesungen wird?

Alin: Die Lieder kommen einfach, wenn ich Gitarre oder Klavier spiele und sie kommen auch im Kombipack mit den Worten in ihrer jeweiligen Sprache. Das ist Intuitionssache. Mit der Band geht das jetzt genau so. Neben den englisch- und deutschsprachigen Liedern haben wir mittlerweile auch ein französisches dabei.

Eure musikalischen Vorbilder?

Es gibt Musiker und Komponisten, die einen inspirieren, allerdings ist die Bezeichnung Vorbild nicht die, die wir dafür wählen würden, denn musikalisch versucht keiner von uns, wie jemand anderes zu sein. 

Ihr habt am Popcamp 2008 teilgenommen. Inwieweit hat diese Teilnahme Eure Musikerkarriere beeinflusst?

Es war wie ein Katalysator für die Band, der zum Beispiel auch bewirkt hat, dass wir endlich unser erstes Album angegangen sind. Das Popcamp hat uns ein Stück zusammengeschweißt und wir haben in den Arbeitsphasen auch begonnen, gemeinsam als Band Lieder zu schreiben.

Eure Band besteht aus drei Jungs und einem Mädel. Eine gute Konstellation?

Alles dufte!

Alin Coen Band - Ich War Hier Live

Quelle: Youtube     [youtube mG2LUhrVQxs nolink]

Mehr dazu:

Alin Coen Band: Website & MySpace & Facebook

Was: Alin Coen Band
Wann: Mittwoch, 8. September 2010, 21 Uhr
Wo: Jos-Fritz-Café
Eintritt: ca. 10 Euro, Tickets nur an der AK erhältlich

fudder: Alin Coen im Josfritzcafé: Einläuten der Schneeschmelze
fudder: Ani DiFranco: Musik in den Knien
fudder: Interview Young Rebel Set