Wo rockt's? Grand Island im Swamp

Carolin Buchheim

Für alle, die Halloween boykottieren und heute Abend auf gar keinen Fall irgendwelchen Leuten im Vampir oder SexyHexy-Outfit begegnen wollen, gibt es im Swamp eine erstklassige Alternative: Den Gig der norwegischen Band Grand Island.



Des öfteren frage ich mich, ob nicht im Kern eines jedem Dänen, Schweden und Norwergers keine Wikinger sondern lauter kleine schmutzige Rock'n'Roller im Lederdress stecken, dying to get out. Anders kann ich mir all die tollen skandinavischen Rock'n'Roll Bands kaum erklären, die sich derzeit überall herumtreiben.


Grand Island sind toll. Sie haben gerade auf Haldern Pop ein glorioses Album veröffentlicht: Say No to Sin. Im Platten-Promo-Sprech würde man sagen, dass sie darauf ein echtes Rock'n'Roll, Blues- und Bluegrass-Feuerwerk abfackeln.  Say no to sin ist keine Platte zum Zuhause sitzen und Zuhören, diese Platte will von ihrer Band gespielt werden, live und laut. Alternativ kann man sie auch als Soundtrack für eine hektische Verfolgungsszene in einem Großstadtfilm mit Pub-Prügelei verwenden.

Grand Island sind fünf Typen: Das Brüder-Duo Espen und Paul Gustavsen, das Brüder-Duo Nils Uset und Inge Kristian Brodersen und Jon Iver Helgaker, und zusammen, da brennen sie,  und zwar so richtig.  Espen ist kein Sänger, sondern ein SÄNGER, in Großbuchstaben, und während ich ihn gerade den Track "Love is a dog from hell" singen höre, kann ich mir vorstellen, wie er dabei das Gesicht verzieht und schreit und spuckt und mit den Augen rollt.

Genau so hören sich Grand Island an: Überdreht, energiegeladen und schnell. Die Songs sind  hektische, durchgeknallte Gewaltaktionen mit Geschrei und Banjo und Bläsern und geprügelten Drums und ab und zu auch einer fiepigen Orgel. Bisschen anstrengend, aber das will man ja manchmal haben. Heute Abend, zum Beispiel, als Halloween-Gegenpol.

Hingehen!

Mehr dazu:

Grand Island: Website& MySpace

Was: Grand Island
Wann: Mittwoch, 31. Oktober 2007, 21 Uhr
Wo: Swamp

Grand Island - Fountain