Wo man in Freiburg den Latte Macchiato mit lactosefreier Milch bekommt

Martin Küper

Fast 15 Prozent der Deutschen leiden unter Laktoseintoleranz und deren Folgen wie Völlegefühl und Magenkrämpfen. Die Freiburger Gastronomie bietet immer häufiger Kaffee mit laktosefreier Milch an - das kostet oft extra.

30 Cafés und Bars in der gesamten Innenstadt standen auf dem Programm, von den studentisch geprägten Lokalitäten rund um die Uni bis zu den eher touristisch frequentierten Einkehrmöglichkeiten an Münster- und Augustinerplatz. Das Ergebnis: Knapp die Hälfte aller aufgesuchten Cafés führt laktosefreie Milch auf der Getränkekarte, die meisten verlangen keinen Aufpreis für die Variante. In sechs der 13 Kaffeehäuser zahlen Milchzuckerintolerante allerdings bis zu 50 Cent mehr für Milchkaffee, Cappuchino oder heiße Schokolade.


Wie kommen die Zuschläge zustande?

Im Supermarkt kostet der Liter laktosefreier Milch je nach Sorte und Fettgehalt zwischen 1,09 Euro und 1,78 Euro, also rund 0,60 Euro bis 1,20 Euro mehr als die günstigste normale Milch. Ginge es nur darum, die Mehrkosten für die Spezialmilch auszugleichen, dürfte der Zuschlag also bei maximal 12 Cent pro 100 Milliliter liegen. Ein Fall von Profitmaximierung zu Lasten derjenigen, die Laktose nicht vertragen?

Davon wollen die Gastronomen nichts wissen. Namentlich äußern will sich niemand, aber ein Argument lautet: Der Mehraufwand. So müsse der Milchschäumer für die normale Milch jedes Mal gereinigt werden, wenn jemand laktose-frei bestellt; bei vollem Haus könne das den Betrieb schon erheblich stören – und damit zusätzliche Kosten verursachen, zum Beispiel für Personal oder durch vergraulte Kunden.

Andere schieben den Zuschlag auf die reinen Einkaufskosten, betonen aber, dass der Aufpreis nur bei sehr milchintensiven Getränken zu berappen ist, etwa für Latte Macchiato, heiße Schokolade oder Milchkaffee, bei denen bis zu 250 Milliliter Milch verwendet werden. Für den Schuss in die gute alte Tasse Bohnenkaffee wird der Kunde in keinem Café geschröpft.

Bleibt aber die Frage, warum nur manche den Aufpreis verlangen. Hier kommt das Argument mit dem Grundpreis ins Spiel: Wer für laktose-freie Milch mehr verlangt, hält seinen Kaffee im Vergleich zur Konkurrenz schon für so günstig , dass der Extra-Service einfach nicht drin sei.

Ein Tipp für Kaffeegenießer mit Unverträglichkeit: Im kleinen Strass-Café in der Herrenstraße kann man eigene Milch bei Inhaber Martin Craven im Kühlschrank lagern – ohne jeden Aufpreis.

Die Preise

Für laktose-freien Latte Macchiato in ausgewählten Freiburger Cafés – teilweise wird ein Aufschlag auf den normalen Latte Macchiato verlangt:
  • Café Apekt: 2,90 Euro + 0,30 Euro
  • Caféhaus: 2,90 Euro + 0,30 Euro
  • Café Journal: 2,50 Euro + 0,30 Euro
  • Café Legère: 2,50 + 0,50 Euro Aufschlag (morgens 1,50 Euro + 0,50 Euro)
  • Europacafé: 1,65 Euro
  • Grace: 2,90 Euro + 0,30 Euro
  • Jolly Café (Markthalle): 2,30 Euro
  • Kolben Kaffee Akademie: 2,00 Euro (Terrasse 2,70 Euro)
  • Manna/Café im Augustinermuseum: 2,10 Euro
  • Maria: 2,70 Euro
  • Oscar’s: 2,90 Euro + 0,30 Euro
  • R’n’B: 2,70 Euro
  • Starbucks: 1,95 Euro
  • Unicafé (UC): 2,70 Euro

Mehr dazu: