Wo kommt das Artik denn nun hin, Julia Söhne?

Gina Kutkat

ADAC-Gebäude, Passage46, Crah-Gelände: Die Artik-Macher haben bezüglich ihrer neuen Heimat viele Ideen. Doch wie sieht's mit der Machbarkeit aus? Fünf Fragen an Stadträtin Julia Söhne von der SPD:



Der Artik-Vorstand hat vor ein paar Tagen das ehemalige ADAC-Gebäude am Karlsplatz als potentiellen zukünftigen Standort genannt. Wie stehen Sie dazu?

Das ADAC-Gebäude ist eigentlich kein Thema für uns, weil es der Freiburger Stadtbau gehört. Da könnte man natürlich in Verhandlungen treten, aber das sehe ich momentan nicht.

Das Artik muss Ende des Jahres aus der Siegesdenkmalunterführung raus. Was passiert, wenn bis dahin nichts Neues gefunden wurde?

Der Zeitpunkt für die Raumsuche ist natürlich äußerst schwierig, weil alle größeren leerstehenden Gebäude momentan  für Flüchtlinge gebraucht werden. Bis zum Ende des Jahres kommen pro Monat mindestens 350 nach Freiburg. Notfalls werden wir für die administrative Arbeit des Artik Büroräume mieten und weiter suchen. Dass eine Einrichtung für einige Zeit ins Exil musste, gab es schon öfter. Ich bin sicher, man wird es überleben und ich bin mir auch sicher, dass wir einen neuen Standort bis dahin finden werden.

Ein weiterer Vorschlag des Artik, der in einer Pressemitteilung verkündet wurde, ist die Passage 46 als neues Domizil. Diese musste letzte Woche schließen. Ist das eine Lösung?

Ich finde die Idee spannend, ganz nach dem Motto "Oben Hochkultur, unten Subkultur2. Ob das Artik in die Passage passt, ist eine andere Frage. Die Räume sind eigentlich zu klein und die Passage 46 hat sich auch durch ihren Barbetrieb ausgezeichnet - das Artik geht ja eher in eine andere Richtung.

Und die Zukunft der Passage 46 ist ja auch noch nicht geklärt...

Richtig. Wie es in der Passage weitergeht, muss man nun erst einmal abwarten. Im Oktober wird das Thema im Theaterausschuss besprochen, bis dahin muss man sich gedulden.

Das Artik steht ja auch immer noch im Gespräch in Bezug auf das Crash(-Gelände). Gibt es da Neuigkeiten?

Nicht wirklich viel. Wenn die IHK ihr Gebäude erweitern wird - und davon gehe ich aus - werden sich keine neuen Perspektiven für dieses Filetstück in der Freiburger Innenstadt ergeben. Der Vertrag des Crashs soll um zehn Jahre verlängert worden, somit ergibt sich dort erstmal kein neuer Standort für das Artik. Aber wir sind im Gespräch und das Artik zeigt sich bei allen Vorschlägen sehr kooperativ. Deshalb ist es wichtig, dass die Verwaltung geeignete Vorschläge vorbringt.

Zur Person

Julia Söhne (21), sitzt als Vertreterin der SPD seit 2014 im Freiburger Gemeinderat. Sie studiert an der Uni Freiburg Politikwisschenaft und Geschichte. Im Kommunalwahlkampf hat sich Söhne für die Abschaffung des KOD und die Rettung des ArTik stark gemacht.

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[Foto: Marlene Wilkes]