Release-Konzert

"Wir sind wie eine große, demokratische Familie!" – Die Freiburger Band Triaz im Interview

Lisa Petrich

Die Jazz-Pop-Band Triaz hat am Donnerstag ihr Album-Release-Konzert im Jazzhaus, danach geht’s auf Tour. fudder hat sie vorab im Proberaum getroffen und mit den fünf Musikern über ihre Inspiration und Ziele gesprochen.

Dass Triaz mit ihrem facettenreichen Mix aus Jazz, Pop und Klassik erfolgreich ist, beweist ihre bevorstehende Tour mit dem neuen Album durch 22 verschiedene Städte. Los geht’s am Donnerstag im Freiburger Jazzhaus mit ihrem Album-Release-Konzert. fudder-Autorin Lisa Petrich hat die fünf Musiker zum Interview getroffen.


Wie würdet ihr euch als Band selbst beschreiben?

Philipp: Wir haben uns in letzter Zeit oft als Jazz-Pop-Band bezeichnet. Wir wollen die jazzigen Elemente ein bisschen beibehalten, aber auch etwas mit rein nehmen, was eher Richtung Mainstream geht, sodass auch der Normalbürger etwas damit anfangen kann. Das macht unseren eigenen Sound aus.
Thomas: Die Instrumentierung ist bei uns keine konventionelle Besetzung, gerade von Nylon-Gitarre wechseln wir mal zu E-Gitarre mit Kontrabass, und Florine spielt ab und zu noch Geige.
Philipp: Da kommen auch immer wieder klassische Einflüsse mit rein, auch Florines Gesang ist kein klassischer Pop-Gesang, sondern geht oft schon in Richtung Arie. Teilweise wird’s aber auch mal richtig rockig mit E-Gitarre, da kommt der Heavy-Metaler Thomas durch.

"Im Jazzhaus ist es schon ein sehr besonderes Konzert, weil es der Auftakt ist und in unserer Heimatstadt stattfindet." Florine

Worum wird es in den Songs aus eurem Debütalbum gehen?

Florine: Es gibt zwei oder drei Liebesgeschichten, die ich aber nicht aus eigenen Erfahrungen herhole. Ich sehe mich eher als Geschichtenerzähler und fange immer mit einem Satz oder einem Wort an und schaue dann, wo es mich hinführt. Aber es gibt auch eine Story von einem Flüchtlingsmädchen, das nach Deutschland kam und bei der Olympiade mitgeschwommen ist. Diese Geschichte gibt es wirklich und hat mich total inspiriert. Ein anderer Song heißt "Pari", der ist eigentlich unser Favorit. Darin geht es um ein Mädchen, deren Geschichte ich aus dem Buch von Khaled Hosseini entnommen habe. Also insgesamt ganz verschiedene Themen in unseren Songs.

Was sind für euch musikalische Einflüsse zum Komponieren?

Thomas: Musikalisch prägen mich meine Einflüsse von der Musik, aus der ich komme. Ich habe zum Beispiel in einem klassischen Orchester mitgespielt, habe aber auch viel Rock und Metal gehört. Für mich ist es eine Traumerfüllung, dass ich Metal schreiben kann ohne Metal zu spielen.
Timo: Es kommen bei uns auch ganz verschiedene Stile aufeinander. Jemand bringt eine Idee mit und weiß, dass die anderen noch einen neuen Charakterstil miteinbringen werden. Das ist auch das Coole, und dadurch weiß man nie, wie ein neuer Song am Ende klingen wird. Es ist ein Kompromiss aus jedem Charakter, der mitmischt.

Nach eurem Release-Konzert am 24. Januar im Jazzhaus geht es bei euch auf große Tour mit eurem neuen Album. Wie fühlt sich das an, so kurz vor der Tour?

Florine: Ziemlich gut, weil es zum ersten Mal mit diesem Release-Konzert geschafft haben, recht viele Konzerte für das kommende Jahr zu buchen. Das wird uns als Band und musikalisch auf jeden Fall sehr prägen. Es ist ein super Start in das neue Jahr und ein großer Erfolg für uns.
Thomas: Jetzt geht’s eigentlich erst los! Uns gibt es zwar schon seit 2015, aber das waren jetzt erst so die Geburtsjahre.



Seid ihr vor einem Auftritt nervös?

Florine: Das kommt ein bisschen auf das Konzert an. Im Jazzhaus ist es schon ein sehr besonderes Konzert, weil es der Auftakt ist und in unserer Heimatstadt stattfindet. Da kommen wahrscheinlich die meisten Menschen und wir haben auch ein spezielleres Programm als bei den anderen Konzerten auf der Tour. Für zwei Songs haben wir sogar noch einen kleinen Chor und einen extra Perkussionisten dabei.
Julian: Vor bekannten Gesichtern zu spielen ist, finde ich, immer schwieriger und macht nervöser.
Philipp: Bei mir hält es sich mit der Aufregung auch meist sehr zurück, weil ich der Bassist bin. Wenn ich etwas falsch spiele, dann klingt es, als würden alle anderen etwas falsch spielen!

War es schon immer euer großer Traum, in einer Band zu spielen?

Thomas: Ich hab zum ersten Mal in meinem Leben eine Gitarre in die Hand genommen, und eine Minute später war ich in einer Band (lacht). Für mich war das eigentlich immer ganz natürlich und selbstverständlich, auch in mehreren Bands zu spielen, wir sind ja alle Berufsmusiker.
Timo: Wir alle haben noch andere Bands, aber Triaz ist einfach ein Projekt, bei dem sich jeder verwirklichen kann. Jeder bringt seine Ideen rein, jede Stimme ist gleichberechtigt.
Thomas: Wir sind wie eine demokratische Familie. Ich darf alles komponieren, was ich woanders nicht darf.
Philipp: Gerade wenn man bei mehreren Bands spielt, gibt es immer eine Band, die irgendwie besonders ist. Und da ist Triaz schon momentan die Hauptband. Seit ich diese Arbeit mache, erlebe ich nicht mehr, dass Arbeit mich stresst. Mit Triaz kann ich mich voll identifizieren und ich glaube, der Rest von uns auch.

"Das altgriechische Wort Trias beschreibt diese Verbindung von drei Elementen, die dann gemeinsam eins ergeben." Thomas

Wie habt ihr zusammengefunden?

Florine: Thomas wollte das Projekt starten und kam auf mich zu. Es sollte eigentlich erst in eine andere Richtung gehen, hauptsächlich Latin. Aber dann kam doch alles anders.
Thomas: Timo haben wir sowieso immer vom Studium gekannt, den haben wir dann eine Woche später gefragt, ob er Klavier spielen will.
Florine: Und dann kam immer peu à peu der Nächste dazu. Erst Philipp am Kontrabass, damit waren wir zu viert und haben schon ein paar Gigs gespielt.
Timo: Aber dann haben beschlossen, dass wir doch einen Drummer brauchen, und Julian kannten wir auch vom Studium und haben dann ihn gefragt. Der erste gemeinsame Auftritt zu fünft war dann im September 2015.

Was habt ihr studiert?

Timo: An der Hochschule für Kunst, Design und Musik in Freiburg, heißt jetzt Macromedia, haben wir den Bachelor of Arts in Populäre Musik gemacht, jeder mit einem anderem Instrument. Außer Philipp, der hat angefangen zu studieren, aber hatte dann schon zu viele Bands und Jobs! (lacht)

Wieso heißt eure Band eigentlich Triaz?

Thomas: Das hat sehr lange gedauert, einen Namen zu finden. Ich habe dann geschaut, ob es einen Begriff gibt, der drei Elemente miteinander verbindet, weil wir als Band ja auch die drei Elemente Jazz, Pop und Klassik miteinander verbinden wollen. Und das altgriechische Wort Trias beschreibt diese Verbindung von drei Elementen, die dann gemeinsam eins ergeben. Aber Trias mit S gab es schon, also haben wir ein Z draus gemacht, sieht auch cooler aus.

Was sind jetzt eure Ziele für die Zukunft?

Timo: Wir ziehen das einfach weiter durch.
Thomas: Wachsen, wachsen, wachsen!
Florine: So viel spielen wie möglich.
Julian: Neue Kompositionen schaffen und neue Alben rausbringen.
Philipp: Für mich ist es ein ganz wichtiger Teil an der Arbeit, dass man hier mit der Band sein eigenes, geistiges Eigentum in die Welt setzt und etwas spielt, was aus uns herauskommt.
Zum Konzert:
Was: Album-Release-Konzert von Triaz
Wann: Donnerstag, 24. Januar 2019, 20 Uhr
Wo: Jazzhaus Freiburg
Eintritt: AK 15€
Mehr Infos zur Veranstaltung findest du hier.

Besetzung:
Florine Puluj, 25 Jahre – Gesang/Geige
Thomas Schmeer, 28 Jahre – akustische/elektrische Gitarre
Timo Langpap, 30 Jahre – Klavier
Philipp Gerhard, 36 Jahre – Kontrabass
Julian Erhardt, 24 Jahre – Schlagzeug

Triaz im Web: