"Wir sehen optimistisch in die Zukunft der KTS"

David Weigend, Eva Hartmann & Carolin Buchheim

Ende diesen Jahres läuft der Mietvertrag zwischen der Deutschen Bahn und der Stadt Freiburg über das Gebäude, in dem sich die KTS befindet, aus. Wie geht es dann weiter? Die Gerüchteküche brodelte in den letzten Wochen: Angeblich solle der Untermietvertrag zwischen Stadt und KTS nicht verlängert werden. fudder hat das KTS-Plenum zur Zukunft des alternativen Kultur-Zentrums befragt.



Das folgende Interview wurde per eMail geführt, da niemand zu einem persönlichen Interview bereit war.

Die Verweigerung eines direkten Interviews liegt wohl zum einen darin begründet, dass viele, die in der KTS aktiv sind, aus Angst vor polizeilichen Ermittlungen im Zusammenhang mit der KTS nicht namentlich genannt werden wollen. Zweitens widerspricht es dem "basisdemokratischen Prinzip" der KTS, dass sich Einzelpersonen als Sprecher exponieren. Auch die Teilnahme einer fudder-Mitarbeiterin an einer Plenunmssitzung wurde abgelehnt.


Trotzdem konnten wir dem Plenum einige Fragen per eMail stellen. Und: Genau wie bei der Stadt, scheint man auch dort die Lage recht entspannt zu sehen.

Der Mietvertrag für die KTS und für die Künstler, die dort ein Atelier haben, läuft Ende des Jahres aus. Habt ihr Angst davor, dass die KTS am 1. Januar 2008 ausziehen muss oder gar geräumt wird?

Wir sehen optimistisch in die Zukunft der KTS, denn bereits nach der Kündigung 2004 war die Stadtverwaltung mit entschlossenem und breitem Widerstand konfrontiert worden. Und das haben sie nicht vergessen. Außerdem gibt es in weiten Teilen der Freiburger Bevölkerung ein Bedürfnis nach alternativer Kultur und autonomer Politik.

Wollt ihr an eurem jetzigen Standort bleiben oder habt ihr gegen einen möglichen Umzug nichts einzuwenden? Habt ihr überhaupt Mitspracherecht, sofern es um den Standort KTS geht oder seid ihr der Entscheidungsgewalt eurer Vermieter ausgesetzt?


Die Standortfrage der KTS steht unserer Meinung nach nicht zur Debatte. Grundsätzlich wollen und werden wir die KTS, so wie und wo sie ist, natürlich nicht kampflos hergeben. Andererseits gibt es in Freiburg attraktivere Lokalitäten als die Baslerstraße 103. Zum Beispiel das Konzerthaus. Sollte die Stadtverwaltung, aufgrund des enormen Bedarfs an unkommerzieller Kultur, uns dieses tatsächlich anbieten, müssten wir sicherlich nochmal in uns gehen.



Wie beurteilt ihr euer Verhälnis zu euren Vermietern, also zur Bahn und zur Stadt Freiburg?

Das Verhältnis zur Deutschen Bahn hat sich in den letzten Monaten eindeutig verbessert. Die Beschwerden und Probleme der Vergangenheit wurden aufgenommen und Lösungen dazu erörtert und umgesetzt. Mit der Stadt Freiburg werden regelmäßig Gespräche geführt.

Angenommen, die Bahn ist dagegen, dass die Stadt das Grundstück weiterhin an die KTS untervermietet. Mit welchen (rechtlichen) Mitteln würdet ihr einen Verbleib auf dem Gelände verteidigen wollen? Oder würdet ihr euch der Entscheidung des Vermieters, auch wenn sie negativ ausfällt, fügen?

Wie schon gesagt, sehen wir keinen Grund, warum der Mietvertrag nicht verlängert werden sollte. Die KTS ist ein politisches Zentrum für viele Menschen unterschiedlicher Zusammenhänge und schafft ein kulturelles Angebot jenseits der profitorientierten Mainstreamkultur in Freiburg. Für den unwahrscheinlichen Fall eines polizeilichen Räumungsversuchs sind die Verteidigungsstrategien natürlich unser Geheimnis. Kein Tag ohne Autonomes Zentrum!



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