"Wir haben einen Nerv getroffen": Was-Gayt-Veranstalterin Maggie Jaglo zum Ende der Partyreihe

Bernhard Amelung

Zwei Jahre, sieben Partys, verschiedene Locations und Tanzmusik jenseits von Kitsch und Klischee: das ist die Bilanz von "Was gayt". Am Freitag findet die Party für sexuelle Menschen zum letzten Mal statt. Veranstalterin Maggie Jaglo erzählt im Interview, warum sie die Veranstaltungsreihe einstellt und was der queer-nicht-queeren Freiburger Partyszene fehlt.



Am Freitag findet die letzte Was Gayt-Nacht im Ruefetto statt. Warum hört ihr auf?


Maggie Jaglo: Langsam aber sicher geht es doch auf das Studiumende zu, und leider schreibt sich die Masterarbeit nicht von selbst. Zwei so große Dinge wie die Abschlussarbeit und eine Partyreihe zu managen, bedeutet verdammt viel Arbeit. Und wer weiß, wohin es uns danach verschlägt. Uns blutet das Herz, aber irgendwann wird es einfach Zeit, weiter zu ziehen.

SchwuLes Dance, Queer:Beats, PinkParty, etc.: in Freiburg gibt es viele Veranstaltungen für ein queeres Publikum. Wie einfach war es für euch, eine Partyreihe zu etablieren?

Zu Anfang hätten wir nicht gedacht, dass Was Gayt solch ein Erfolg wird. Bei der ersten Party hatten wir auch gar nicht eine Reihe geplant, die am Ende 2 Jahre dauern und 7 Partys beinhalten würde. Das hat sich dann irgendwie ergeben. Nach der Party ist vor der Party.

Auch haben wir versucht, anders zu sein als die anderen Partys. Ich mag z.B. sehr gerne die Pink Party und das SchwuLesBi-Referat des u-asta, aber wir wollten weg von Pop- und Chartsmusik gehen und von "typischen" Dingen wie rosa, pink oder Sekt. Ich denke, es hat den Leuten auch gefallen, dass die Location oft gewechselt hat. Ob wir das als "einfach" bezeichnen würden? Zum einen haben wir viel Arbeit reingesteckt, zum anderen einen Nerv getroffen.

Was waren die Highlights in den vergangenen zwei Jahren?

Unser Highlight war wohl die zweite Party am 23. Juli 2011. Das KGB hat sich in Windes Eile gefüllt. Mm halb 1 gab es bereits den ersten Einlassstopp. Damit hätten wir nie gerechnet! Auch waren die Leute total geschockt vom plötzlichen Tod von Amy Winehouse, sodass die Party zu einem spontanen Tribute wurde. Die Leute waren auch morgens kaum aus dem Club zu bewegen und das KGB war ein einziges Schlachtfeld. Einfach nur wow. Danke Freiburg!

Gab es auch Tiefpunkte?

Letztes Jahr in Schmitz Katze: Monsunregen von 23 bis 3 Uhr. Zum Glück sind dann doch noch so viele Leute gekommen, dass es eine coole Party wurde. So wurde aus dem Tiefpunkt dann doch noch ein kleines wow.

Was fehlt Deiner Meinung nach der queer-nicht-queeren Club- und Veranstaltungsszene in Freiburg?

Vielleicht ein Club, der auch Samstagnachmittag offen hat? Oder ein paar Clubs, die nicht auf die Stadtmitte konzentriert sind. Das gefällt mir beispielsweise an Schmitz Katze gut, dass es manchmal ab nach Haslach geht. Der queeren Szene jedenfalls wird Was Gayt fehlen.

Was müsste sich dafür nach Deiner Ansicht ändern?

Ein bisschen frischer Wind müsste reinkommen. Ein wenig Abwechslung, mal ein anderes Konzept, mal eine andere Musikrichtung. Super wäre zum Beispiel ein queeres Event im Crash oder im Kagan. Das haben wir leider nicht geschafft. Wir hoffen, wir haben dazu ein bisschen Anstoß gegeben und gezeigt: Hey, es gayt alles, wenn du willst!

Was erwartet die Nachtschwärmerinnen und Nachtschwärmer auf der letzten Was Gayt?

Getreu dem Motto: Die Letzte, die Beste! Es ist das erste Mal, dass wir einen Live Act haben. Flow Effect Music ist super und staubt nicht umsonst in der MensaBar Gewinne und erste Plätze ab. Auf zwei Floors bieten wir jeweils Techno und Bass-lastiges, sowie Balkan Beatz und Elektroswing. Es darf also getanzt werden! Und seit zwei Jahren unverändert: Ein Eintrittspreis von 5 Euro. Und das Publikum wird merken, wie viel Herzblut, Liebe und Arbeit von uns in dieser Party steckt.



Zur Person

Maggie Jaglo ist 25 Jahre alt, studiert Soziologie im Master und ist eigentlich Frühaufsteherin.

Mehr dazu:

Was: Was Gayt mit  Flow Effect Music (live); DJs: Kollektiv B, Miss Flora, Beauvoirista.
Wann: Freitag, 21. Juni 2013, 23 Uhr
Wo:
Ruefetto
[Bild 1: Jonas Oswald, Was gayt, Juni 2011; Bild 2: Privat]