Willkommen auf meinem Balkon!

Anna-Lena Zehendner

Flaschenlager, Kräutergarten oder Grillplattform: Fünf junge Menschen aus Freiburg stellen uns ganz privat ihren Balkon vor. Besonders bei einem könnte man ein wenig neidisch werden.



Florian Mack, 26, Physiotherapeut

„In unserer Dreier-WG haben wir einen gemeinsamen Balkon. Der wird allerdings mehr als Flaschenlager und Müllablage missbraucht. Er ist sowieso sehr klein und zudem ein Nordbalkon. Da man ihn nur von der Küche aus betreten kann, steht dort unser Plastik-, Rest- und Papiermüll. Dazu gesellen sich etwa hundert Bier- und noch einige PET-Flaschen. Es gibt also durchaus eine Ordnung in diesem Chaos. Alle paar Monate wird der Balkon geleert. Das letze Mal waren es vierzig PET-Flaschen und 199 Bierflaschen. Immerhin fast 35 Euro Pfand. Mit dem Geld wird dann immer unser WG-Kühlschrank aufgefüllt. Bevor die WM losgeht, müssen wir den Balkon unbedingt noch leeren, denn er ist schon wieder ziemlich überfüllt.“

 



Anton Roeder, 27, Student

„Auf meinem Südbalkon habe ich oft Sonne. Bis auf die Mittagszeit, da ist das Nachbarhaus im Weg, was ich allerdings ganz angenehm finde. Die Balkonsaison habe ich schon eröffnet und einen Kräuterkasten gepflanzt: Oregano, Salbei, Thymian, Rosmarin und Basilikum. Sogar die Erde ist Bio. Auf Blumen steh' ich nicht so. Ich habe ein Problem mit Plunder und Blumen zählen für mich dazu. Auf meinem Balkon pflanze ich daher ausschließlich Essbares. So auch meine selbstgezogenen japanischen Wollmispeln. Das sind eigentlich Bäume und die können bis zu zehn Meter hoch werden. Wenn es so kommt, habe ich allerdings ein kleines Platzproblem.“

 



Maren Scherer, 25, Marketing-Assistentin

„Was ich an meinem Balkon ziemlich praktisch finde, ist, dass er überdacht ist. Ich kann also auch bei Regen draußen sitzen. Allerdings ist es ein Ostbalkon, daher habe ich nur vormittags Sonne. Aber umso schöner ist es, im Sommer am Wochenende draußen zu frühstücken. Nur der Boden ist noch etwas verbesserungswürdig. Vielleicht lege ich ihn mit Holzplatten aus? Gepflanzt habe ich dieses Jahr schon einiges. Einen Kräuterkasten, mit Majoran und Salbei, der Oregano ist leider schon futsch. Zwei schöne Blumenkästen mit Margeriten und Dahlien. Sogar eine kleine Chilipflanze habe ich. Mal schauen, wie lange alles überleben wird, ich habe nämlich nicht unbedingt einen grünen Daumen.“



Jakob Vidic, 25, Student

„Ich glaube, wir haben in unserer Vierer-WG einen der höchsten und größten Balkone von Freiburg. Von hier aus hat man einen guten Blick über die Stadt und bekommt die besten Sonnenuntergänge direkt vor die Nase gesetzt. Davon habe ich auch schon einige Ordner voller Fotos auf meinem PC. Natürlich steigen hier im Sommer immer viele Grillsessions, mit vielen Gästen. Auf etwa 40 Quadratmeter haben wir Platz. Generell ist die Wohnung aufgrund des Riesenbalkons sehr beliebt. Wir haben immer viel Besuch. Das wirkt sich jedoch leider oft negativ auf mein Lernverhalten aus. Mit einer Grillparty vor der Nase lernt es sich eben nicht gerade gut.“

 



Felicitas Roschan, 27, Fotografin

„Ich muss gestehen, dass ich meinen kleinen Balkon nicht allzu oft nutze. Erstens habe ich hier kaum Sonne. Zweitens habe ich etwas Schiss, längere Zeit darauf zu verbringen. Der Boden ist aus einzelnen Holzplatten, die mittlerweile recht morsch sind und jeden Moment durchbrechen könnten. Das ist auch der Grund, warum er momentan eher als Flaschen- und Müllablage dient. Meine Balkon-Distanz liegt aber auch am schlechten Wetter, das wir in der letzten Zeit hatten. Da der Balkon nicht überdacht ist, kann ich ihn bei Regen nicht nutzen. Das Schlimme ist außerdem, dass ich von ihm aus direkt auf super schöne, große und sonnige Balkone blicken kann.“