Will jemand für mich springen?

Adrian Hoffmann

Die praktischen Übungen vor dem Fallschirmsprung gestern haben mir ein bisschen besser gezeigt, was mich am heutigen Sonntag erwarten könnte. Es war ein Hin und Her zwischen großer Panik vor dem Loch, aus dem man oben raus muss, und riesiger Vorfreude:Zunächst mussten alle Teilnehmer in den so genannten Hänger. Das ist im Grunde nichts weiter als Fallschirm-Gurtzeug, das an einem Seil hängt und an dem man einen Meter nach oben gezogen wird ? damit man mal in der Luft hängt. Die anderen sind ganz gut damit klar gekommen, ich allerdings war zunächst wieder am Boden der Tatsachen. Viel Zeit hat man beim Sprung nicht, es geht da vor allem um sofortiges Reagieren, und das war leider noch nie meine Stärke. Deshalb habe ich an diesem Hänger etwas länger gebraucht.Das ging soweit, dass ich mich Mittags dazu entschlossen habe, den Sprung abzusagen. Das tat ich sogar, und bin daraufhin mit den erfahrenen Springern mal mitgeflogen, um sie bei Sprung zu fotografieren ? und wollte mich danach wieder umentscheiden. Die sprangen da locker raus, als würde sie ein Schokoladenbad erwarten. Und alle Fallschirme gingen auf, es war keine einzige Extremsituation dabei. Aber was ist halt im freien Fall der Fälle?Ich kann mir heute noch mal mehr Gedanken dazu machen. Da ich mich dann gestern Abend auch noch mal in diesen Hänger habe hängen lassen, steht mir noch alles offen. Ich könnte heute springen, aber ganz ehrlich: Ich bin mir der Sache nicht sicher. Es erfordert so viel Konzentration von einem, und es ist so viel Stoff in zwei Tagen. Will jemand für mich springen?