Wikileaks: Dieses Video könnte dem US-Militär Ärger bescheren!

Dominik Schmidt

Das Video zeigt den Angriff eines Apache-Helikopters der US-Streitkräfte in Bagdad. Bei diesem Angriff kamen im Juli 2007 elf Menschen ums Leben - darunter zwei Journalisten. Innerhalb weniger Stunden hat sich das Video im Internet verbreitet und ruft viele entsetzte Reaktionen hervor. Auch deshalb, weil die US-Soldaten ihren Tötungseinsatz sehr sarkastisch kommentieren.



Das Video zeigt, wie der Helikopter der US-Armee am 12. Juli 2007 um eine kleine Menschengruppe kreist, bevor der Schütze den Befehl zum Feuern bekommt: "Just fuckin', once you get on 'em just open 'em up".


Nach dem Beschuss der Menschen fährt ein Kleinbus vor und lädt einen Verletzten ein. Auch dieser wird beschossen. "We have a black SUV-uh Bongo truck [van] picking up the bodies. Request permission to engage."

Elf Menschen wurden getötet, darunter ein Journalist der Nachrichtenagentur Reuters, dessen Kamera von den Soldaten fälschlicherweise als Waffe identifiziert worden war. In dem beschossenen Kleinbus saßen zwei Mädchen, die verwundet wurden. Als Bodentruppen eintreffen und ein verletztes Mädchen aus dem Kleinbus ziehen, wird dies über Funk von den US-Soldaten folgendermaßen kommentiert: "Well it's their fault for bringing their kids into a battle".

Reuters versuchte darauf vergebens eine Kopie der Videoaufnahmen vom US-Militär zu bekommen. Am Samstag veröffentlichte nun die Organisation WikiLeaks die Aufnahme. WikiLeaks ist dafür bekannt, unter strengstem Quellenschutz heikle Dokumente im Internet zu veröffentlichen. Wikileaks gibt an, dass Ihnen das Video von einem Informanten aus militärischen Kreisen zugespielt wurde.



Innerhalb kürzester Zeit löste das Video eine Welle der Entrüstung in den Medien aus und wirft viele Fragen auf über das Verhalten und die Einsatzregeln der US-Soldaten im Irak. Aus dem Pentagon vermeldete man, dass es für die beteiligten US-Soldaten nicht ersichtlich sein konnte, dass sich Medienmitarbeiter vor Ort befand. Der Reuters-Journalist und sein Fahrer hätten keine sichtbare Kennzeichnung getragen und sich unter bewaffnete Iraker gemischt.

Das Time Magazine warnte vor einer zu schnellen Verurteilung. Im Video sei nur ein Ausschnitt zu sehen. Diese isolierte Betrachtungsweise gibt keine Auskunft über die Gesamtsituation, die zu diesem Zeitpunkt am Ort herrschte, so Time. Die Echtheit des Videos wurde jedenfalls vom Militär bestätigt.

WikiLeaks kündigte an, in Kürze ein weiteres Video aus Militärkreisen von einem Einsatz in Afghanistan zu veröffentlichen. Vermutlich von der selben Quelle zugespielt, meldet der Guardian.

Bitte beachtet: Auf dem Video ist zu sehen, wie Menschen erschossen werden. Gegebenenfalls sollt ihr euch das Video deshalb besser nicht anschauen.

Collateral Murder

via YouTube

[youtube 5rXPrfnU3G0 nolink]

Mehr dazu: