fudder-Interview

Wieso Zweierpasch beim Dreh zur neuen Single einen Feuerwehreinsatz auslöste

Anna Castro Kösel

Die HipHop-Band Zweierpasch hat ihre erste Single "Lichter" ihres neuen Albums "Un peu d’Amour" herausgebracht. Gastfeature ist der Leadsänger von Fatcat, Kenny Joyner. fudder hat mit Till Neumann von Zweierpasch gesprochen.

Bei dem Dreh eures Musikvideos musste die Feuerwehr anrücken. Was ist da passiert?

In letzter Zeit haben wir viele Aktionen gegen Zigarettenstummel gemacht und haben bei dem Videodreh dann selber ein bisschen zu viel Rauch produziert. Wir hatten Rauchfackeln und sind ein bisschen übermütig geworden. Dann ging der Rauchmelder an. Wir haben die Feuerwehr noch angerufen und gesagt, dass nichts passiert sei, aber der Alarm kann ja nur von der Feuerwehr ausgemacht werden. Dann rückten drei Einsatzwagen an. Wir mussten eine vierstellige Summe zahlen, aber wir sehen es als Investition in die Feuerwehr und es war auch gut zu sehen, dass im Notfall schnell jemand da ist.

Was war das Konzept eures Videos?

Als roter Faden fungiert die Zündschnur. Wenn die Musik anfängt, sprühen die Funken und wenn sie ausgeht, wird alles dunkel. Das soll zeigen: Wenn es keine Kunst oder Musik gibt, stürzt die Welt in die Finsternis. Um noch ein bisschen Magie rein zu bringen, haben wir den weltberühmten Freiburger Zauberer "Magic Man" eingeladen.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Kenny Joyner?

Kenny war unser Wunschfeature. In Freiburg kennt man sich und dann haben wir ihn angefragt und es hat glücklicherweise geklappt. Er hat den Refrain passend zu unseren Parts geschrieben. Wir haben es erst auf Deutsch aufgenommen, fanden Englisch aber doch besser, weil es noch mal eine andere Klangfarbe reinbringt. Dadurch ist es auch internationaler und wir jonglieren ein bisschen mit den Sprachen.



In eurem Song geht es viel um die Kontraste zwischen Licht und Dunkelheit. Was spielen diese Komponenten in dem Song für eine Rolle?

Erstens hassen wir Locations mit zu viel grellem und künstlichem Licht. An solchen Orten kann keine Magie entstehen. Um Kunst und Kreativität zu erschaffen, brauchen wir Künstler eine schöne, düstere Atmosphäre. Wir sind eher nachtaktiv. Zu viel Licht macht viel kaputt. Es hat auch eine politische Komponente. Das Licht steht für die Blender, die die Leute verführen oder mit falschen Informationen zuballern, um sie damit hinters Licht – also in die Finsternis – zu führen. Daran haben wir beim Schreiben zwar nicht gedacht, aber jetzt durch die Fridays-for-Future-Proteste hat es auch die energiesparende Komponente bekommen.

Der Song spielt auf viele Kontraste an. Was war die Idee für den Song?

Neben der Ode an die Nacht, die wir schreiben wollten, war es auch das Ziel die Message rauszubringen: Dem Bösen, Finsteren, das durch die Blender erzeugt wird, keinen Raum lassen. Die Kunst besteht darin, sich nicht total blenden, aber sich auch nicht in die Finsternis führen zu lassen. Wir betrachten uns als Musiker, als die Fackelträger im Dunkeln, ohne zu blenden, sondern um Bewusstsein zu schaffen. Auch als HipHoper sehen wir uns in der Verantwortung nicht nur Bla-bla-Texte zu machen, sondern etwas zu vermitteln.


  • Was: Release-Party zum neuen Zweierpasch-Album "Un peu d’Amour"
  • Wann: 29.November
  • Wo: Jazzhaus

Ecóle du Flow: Ein deutsch-französisches HipHop-Projekt. Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt auf Umwelt, Nachhaltigkeit und Klima. 1000 Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Frankreich können dazu im Unterricht zweisprachige Texte, Lieder und Videos erarbeiten. Bis zum 31. Januar 2020 können diese bei der Jury eingereicht werden. Am 11. März 2020 gibt es ein Gipfeltreffen im Paulussaal in Freiburg, wo die besten Beiträge live performt werden. Die Siegerinnen und Sieger gewinnen ein Coaching mit Zweierpasch und können auf dem Freiburger Festival "Freiburg stimmt ein" live auftreten. Hier geht es zur Anmeldung.