Kurzfilm der Woche

Wieso unsere Gesellschaft an öffentlichen Orten und Gütern scheitert

Anna Castro Kösel

Wer sonntagmorgens in der Stadt unterwegs ist, weiß: es sieht oft aus wie Sau. Warum scheitern wir als Gesellschaft oft, öffentliche Güter zu schützen? Die Youtuberin Mai vom Kanal MaiLab erklärt die "Tragödie des Gemeinguts".

Bei öffentlichen Toiletten, Stadtparks oder Festivalgeländen, sieht es oft aus wie bei Hempels unterm Sofa – vermüllt und verdreckt. Doch warum ist das so? Bei uns zu Hause, in unseren eigenen vier Wänden, bemühen wir uns schließlich auch um Ordnung und Sauberkeit und räumen irgendwann auf. Wieso fühlen wir uns aber oft nicht für öffentliche Güter verantwortlich, wie den Stadtgarten, die Freiburger Luft, saubere Ozeane und unser Erdklima?


Das erklärt die Wissenschaftlerin Mai Thi Nguyen-Kim vom Youtube-Kanal "MaiLab" und der Fernsehsendung Quarks als "die Tragödie des Gemeinguts". Ihre Folgerung lautet: "Überall wo wir uns Güter teilen: Tragödien!" Denn, warum sollte ich zum Schutze des Klimas auf eine Flugreise verzichten, während mein bester Freund dreimal im Jahr in die USA fliegt? Warum sollte ich meinen Müll richtig trennen und entsorgen, wenn doch andere ihren Abfall im Park verrotten lassen? Und wieso sollte Deutschland aus der Kohle aussteigen, während in Indien immer neue Kohlekraftwerke gebaut werden?

Mai zufolge löst sich dieses "soziale Dilemma" erst, wenn die Regeln im Spiel des Gemeinguts geändert würden – wenn gutes Verhalten belohnt und schlechtes bestraft wird. Und wenn man gesamtgesellschaftlich und global, soziale Anerkennung erfährt, wenn man sich für etwas stark macht.