Wieso im Artjamming-Café in der Wiehre Laptops verboten sind

Charlot Behrens

Im Artjamming-Café in der Günterstalstraße in Freiburg sind Laptops nicht erwünscht und gestattet. fudder hat mit Inhaber Ingmar Sack über das Verbot und seine Café-Philosophie gesprochen.

Vor drei oder vier Jahren hat das Artjamming-Café ein Laptop-Verbot eingeführt. Wann genau das war, kann Inhaber Ingmar Sack nicht mehr sagen. Seine Idee wurde vorher im Team diskutiert und einstimmig darüber abgestimmt. "Es ist ganz einfach", erklärt Ingmar Sack und fährt fort: "Jeder hat einen bestimmten Stil, den er bei sich im Café pflegen möchte. Laptops gehören bei uns einfach nicht dazu." Ein kleines Schild an der Tür weist jetzt auf das Verbot hin.




Seine Motivationsgründe für das Verbot von Notebooks sind verschieden: Ingmar Sack findet es unästhetisch, wenn Menschen mit dem Laptop vor sich im Café sitzen. Außerdem ist er der Meinung, dass meistens die Leute, die mit Laptop kommen, innerhalb mehrerer Stunden wenig konsumieren. Zudem will Ingmar Sack nicht als öffentliches Büro dienen. "Ich will einen Raum für Begegnungen und menschlichen Kontakt schaffen. Das ist mit so einem Gerät nicht möglich. Ich weiß das, weil ich selbst eines besitze, aber das Glück habe, es nicht immer mit mir herum zu tragen."

"Wenn jemand mit seinem Laptop in einem Café sitzen möchte, kann er das gerne wo anders machen." Ingmar Sack

Es gäbe viele Gäste, die sein Laptop-Verbot befürworten. "Wenn jemand mit seinem Laptop in einem Café sitzen möchte, kann er das gerne wo anders machen", sagt Ingmar Sack. Regeln müsse man leider aufstellen, erklärt der Chef, "zu viel Freiheit wird oft ausgenutzt und dem Konzept dann nicht mehr gerecht". Vor drei bis vier Jahren hat sich Ingmar Sack überlegt, welchen Stil er in seinem Café pflegen will. Das Laptop-Verbot ist ein Baustein für ihn, eine angenehme Atmosphäre und den Spaß an der Arbeit in seinem Café zu erhalten. Ingmar Sack hat nichts gegen Laptops oder moderne Technik. Er verfolge für sein Café aber eine Philosophie des Miteinanders.

Und was ist mit Smartphones?

Smartphones dagegen sind nicht verboten. Ingmar Sack ist der Meinung: "Handys gehören mittlerweile einfach dazu. Jeder hat es immer dabei, wie seine Geldbörse." Aber wenn jemand laut telefoniert oder sich Videos auf dem Handy anschaut, spricht der Café-Inhaber den Gast freundlich an. Das mache er aber auch, wenn sich Leute so laut miteinander unterhalten, dass das ganze Café mithören könne, sagt er.

Die Reaktionen auf das Verbot seien im Großen und Ganzen positiv: "In sieben von zehn Fällen sagen die Leute, dass sie es verstehen können und gut finden." Natürlich gäbe es auch Leute, die es nicht gut finden würden oder unverständnisvoll reagieren. Aber das gehöre dazu. Die meisten seiner Kunden seien aber cool. Da das Artjamming nicht in der Innenstadt liege, habe es sowieso mehr Stammkunden als Touristen.