Wie wird man eigentlich … Profi- Geigerin?

Cristina Morales

Die 29-jährige Elena Graf ist in Freiburg aufgewachsen und als Violinistin international gefragt. Bereits mit zwölf Jahren studierte sie an der Hochschule für Musik in Freiburg. Wie sie Profi-Geigerin wurde, hat sie fudder erzählt.

Zu Weihnachten gab es Musik

Bei dem Besuch eines Konzerts kam bei der damals dreijährigen Elena Graf der Wunsch auf, Geige zu lernen. Im Jahr 1991 lag unter dem Weihnachtsbaum der Musikerfamilie Graf eine Geige. Ihre Mutter – selber Cellistin – begleitete ihre dreijährige Tochter einmal die Woche zum Geigenunterricht, um das Talent ihrer Tochter zu fördern. Geübt hat Elena jeden Tag. "Das macht nicht immer Spaß, aber je mehr man kann, desto mehr Freude hat man beim Musizieren." "Nur Schulferien waren auch Geigenferien", sagt Elena. Dass Elena mal ihr Hobby zum Beruf machen wird, war ihr schon früh klar: "Schon in Freundschaftsbüchern stand bei meinen Berufswünschen: Süßigkeitenverkäuferin, bei der Post arbeiten oder professionelle Geigerin werden."

Berufseinstieg

Zur Bewerbung an einer Musikhochschule muss man zunächst eine Eignungsprüfung ablegen. Elena bereitete für die Aufnahme drei Stücke von den Komponisten Tschaikowsky, Bach und Schostakowitsch vor – mit Erfolg. Denn mit zwölf Jahren fing Elena an der Musikhochschule Freiburg an, bei Jörg Hoffmann und Latica Honda-Rosenberg Geige zu studieren. Als Pflichtfach lernte sie Klavier. Weitere Fächer waren Musikwissenschaft, Orchester, Kammermusik und Orchesterstudien. Schwerpunkte in der künstlerisch-pädagogischen Ausrichtung sind: Methodik/Didaktik, Musikpädagogik und das Verfassen einer schriftlichen wissenschaftlichen Arbeit. 2013 machte Elena ihr Konzertexamen an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt nach Studien in München, Berlin und Frankfurt.

2014 gewann sie das Probespiel zur ersten Konzertmeisterin in Stuttgart. Elena spielte die tonangebende 1. Violine. Mit 25 Jahren hatte sie damit ihre berufliche Position stabilisiert. Zu den schönsten Erinnerungen ihrer Karriere zählen für sie Kammerkonzerte auf Festivals, Solo-Konzerte in großen Festsälen wie der Berliner Philharmonie oder Orchesterkonzerte mit großen Dirigenten. Außerdem denkt sie gerne an das Musizieren in Kinder- und Altersheimen, organisiert von der Stiftung "Life Music Now", zurück. Sie ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe wie zum Beispiel dem "Internationalem Violin-Wettbewerb Freiburg", dem internationalen Rudolfo- Lipizer Wettbewerb in Italien und dem Eastern Music Festival in den USA.

Fähigkeiten

"Um in einem Orchester zu spielen, muss man kompatibel im Team sein", sagt Elena. Mentale Stärke hilft, die vielen Reisen und stressigen Phasen vor Konzerten zu meistern. "Oft muss man Leistung bringen, obwohl man sich nicht danach fühlt."Außerdem ist Genauigkeit beim Üben sehr wichtig. "Man sollte nach der goldenen Mitte streben. Nicht zu locker und nicht zu verbissen üben. Als Künstler hat man kein Ziel, wo man ankommt."

Ausblick

Langfristig gesehen hat der Beruf auch seine Einschränkungen. Ballsportarten sind für sie Tabu, um Verletzungen der Hand auszuschließen.
Skifahren allerdings stellt kein Problem dar. Nachwuchsmusikern empfiehlt Elena, sich selbst realistisch einzuschätzen. "Das Grundniveau ist gestiegen, aber jemand, der die Musik wahnsinnig liebt, sollte es probieren. Wenn man sich nicht ganz sicher ist, gibt es Alternativen zum Beispiel als Musikpädagoge." Mehr zum Thema: