Wie wars bei…RasgaRasga im Jazzhaus?

Christina Braun

Zwölf Instrumente, fünf Sprachen, sechs Freunde: RasgaRasga bringen am Freitagabend das Publikum im Jazzhaus mit ihrem rhythmischen Globalpop zur kollektiven Tanz-Ekstase.

Die Band
Seit mehr als zwölf Jahren macht RasgaRasga energiegeladenen Globalpop mit Einflüssen von Brass, Balkan und Progressiv Pop. Die sechs langjährigen Freunde Franziska Schuster, Jonas Krause, Lukas Fischer, Benedikt Fischer, Felix Kuthe und Gregor Brändle sind dafür bekannt, mit ihren facettenreichen Rhythmen, bei denen Trompete, Posaune, Akkordeon und Gitarre für den ganz besonderen Ton sorgen, eine gewaltige Ladung Energie und gute Laune auf die Bühne zu bringen. Ihr aktuelles Studio-Album "Hafen Fleur", mit Songs wie "Dandelions" und "Sonrisa" ist vor gut einem Jahr erschien.


Das Publikum
Jung, studentisch und alternativ: Jungs und Mädchen mit bunt gemusterten Hemden, wilden Locken und Baskenmützen singen genauso begeistert mit, wie Studies im klassischen Jeans und T-Shirt-Look. Hier und da ist neben Familien mit Kindern auch das ein oder andere junge gebliebene Pärchen zu entdecken, die nicht weniger wild im kollektiven Tanzgewühl aufgehen.
Die Energie, die RasgaRasga auf die Bühne bringen, gibt das Publikum nicht weniger leidenschaftlich zurück: Knapp zwei Stunden wird durchgetanzt, mitgesungen, mitgeklatscht und am Ende begeistert applaudiert. Die Leute sind hier, um sich von den wilden Balkan-Rhythmen in den totalen Tanzrausch fallen zu lassen – und dabei so aufgekratzt, dass es manchmal schwer ist, einen Moment der stillen Aufmerksamkeit für einen ruhigeren Songs zu finden.

Die Location
Die Bühne im Jazzhaus ist dank ihrer geringen Höhe und ihrer Nähe zum Publikum perfekt auf die sechsköpfige Band mit ihren zwölf Instrumente und ihren wilden Tanzeinlagen zugeschnitten. Und auch der Gewölbekeller bietet ausreichend Platz für das rhythmische Stampfen des Publikums. Im bunten Licht der Scheinwerfer fällt es noch leichter, in schillernd-glitzernden Welt von RasgaRasga abzutauchen.

Die Show
Auf der Bühne ist RasgarRasgar pure Energie und Leidenschaft. Schon mit dem ersten Song reißt die sechsköpfige Band das Publikum voll mit. Auf der Bühne wird mindestens so viel getanzt und geschwitzt wie im Publikum: Da wird das Geigensolo schon mal leidenschaftlich auf den Knien gespielt und so wild herumgesprungen, dass der Bassist einmal fast von der Bühne fällt.
Ständig wechseln die Bandmitglieder ihre Instrumente, bis sogar Blechtrommel und Bierflasche zum Einsatz kommen und zeigen damit nicht nur, wie gut sie ihr Handwerk beherrschen, sondern auch wie locker leicht das aussehen kann. Man merkt einfach, dass RasgaRasga an ihrer Show genauso viel Spaß haben, wie das Publikum, was vielleicht auch an Freiburg liegt: Immer wieder schwärmen Sängerin Franziska und ihre Bandkollegen vom Freiburger Publikum, mit dem sie sich ganz besonders verbunden fühlen.
Denn egal ob Klassiker oder neue Single, Spanisch, Französisch oder Deutsch – das Publikum gröllt und tanzt begeistert mit. Als die Band schließlich von der Bühne mitten in die tanzende Menge kommt und Konfetti von der Decke fliegt, gibt es kein Halten mehr. Am Ende hagelt es tosenden Applaus, der gar nicht mehr enden will – auch nicht als die Band bereits ihre zweite Zugabe gespielt hat.

Fazit
Schöner hätte der Start in die herbstliche Indoor-Konzert Saison nicht sein können: Mit ihrer energiegeladenen Show, dem ansteckenden Rhythmus und dem tanzwütigen Publikum, das einfach nicht genug kriegen kann, bringt RasgaRasga die Leichtigkeit und Euphorie durchtanzter Sommernächte unter freiem Himmel ins Jazzhaus. Bitte mehr davon.