Konzert

Wie wars bei … Anastacia auf dem ZMF?

Georg Rudiger

Das Gewitter ist überstanden, dann bricht mit der Show von Anastacia im Zirkuszelt das nächste Naturereignis herein. Die Energie der Show kann es locker mit dem Donner aufnehmen.

Der erste Eindruck

Der Abend beginnt mit wuchtigen Trommelschlägen von zwei schwarzen Gestalten, die sich als Tänzerinnen und Sängerinnen entpuppen. Anastacia betritt von hinten die Bühne und ist gleich da mit ihrer Stimme und ihrer Präsenz. Die Scheinwerfer drehen sich synchron, der Sound ist perfekt. Der knapp zweistündige Abend startet von Null auf Hundert – und bleibt auf der hohen Drehzahl bis zum Ende.

Setliste

Army Of Me – Sick N Tired – Stupid Little Things – Paid My Dues – Who’s Gonna Stop The Rain – Cowboy And Kisses – Everything Burns – Welcome To My Truth – Lifeline – Heavy On My Heart - Pieces Of A Dream – In Your Eyes – You’ll Never Be Alone – I Belong To You – Funk Medley/Not That Kind – Why’ D You Lie To Me – Best Of You – I’m Outta Love – Left Outside Alone – One Day In Your Love

Die Musik

Die härteren Stücke wie "Paid My Dues" und "I’m Outta Love" werden im Zirkuszelt von der starken Band und Anastacias Rockröhre tiefer gelegt. Die vielen Balladen haben eine Entwicklung. Die insgesamt drei Sängerinnen sind keine Deko, sondern werden in viele Songs substanziell eingebunden oder stehen auch mal wie beim Beginn eines Funk-Medleys alleine auf der Bühne. Die Farben und Stile der Songs ändern sich, mal ein bisschen Country wie bei "Cowboys And Kisses", mal Latin "Why’D You Lie To Me" oder harter Funk, wenn der Bassist ein langes Slap Solo hinlegt. Es ist viel Pathos dabei in den Songs, aber das halten sie aus, ohne in den Kitsch zu driften. Anastacias Stimme ist live noch direkter und kraftvoller als im Studio. Die musikalische Qualität des Abends ist insgesamt hoch. Fast jeder Song wird mehrstimmig. Die Intonation: Top!

Augenschmaus

Gleich dreimal wechselt Anastacia ihre Outfits. Glitzer ist immer dabei – an den Schuhen, an den Fransen, an der Jacke, am Make-up, an den Fingernägeln. Mal mit Brille, mal ohne, immer sexy – die Frau aus Chicago ist auch mit 48 noch ein echter Hingucker, zumal sie wahnsinnig natürlich und charmant auftritt. Jeder Song hat eine eigene Lichtchoreographie. Es ist viel Bewegung auf der Bühne. Nicht nur Anastacia legt eine große Wegstrecke auf der rundum begehbaren Bühne zurück, auch die beiden Tänzerinnen, die auch hervorragend singen (nur ihr Geigen- und Trommelspiel ist ein Fake), sorgen für eine großartige Show, die immer im Flow bleibt.

Das Besondere

Selten kümmert sich ein Rockstar so um sein Publikum, wie es Anastacia in Freiburg tut. Der elfjährige Paul in der ersten Reihe ("Bist Du freiwillig hier oder haben Dich Deine Eltern gezwungen?") bekommt eine CD, der Security-Mann das Mikro hingestreckt. Anastacia vermittelt das Gefühl, mit jedem einzelnen in Kontakt zu treten – mit Blicken, Gesten und Worten. Die Moderationen sind locker und persönlich. Die Band wird nach und nach mit Vornamen vorgestellt, das Publikum ruft anschließen deren Namen: "Hi, Maria".

Der berührendste Moment

Als Anastacia von ihrer ersten Krebserkrankung im Jahr 2003 erzählt und den aufmunternden Briefen, die sie von ihren Fans, gerade aus Deutschland, bekommen hat. Dann singt sie die Ballade "You’ll Never Be Alone", die sie eigentlich für ihre Patentochter geschrieben hat.

Bewertung

Eine glatte Eins!

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