Wie war’s beim … Tanztheater "Monkey Mind" im Theater Freiburg?

Gina Kutkat

Fünf Tänzer und Tänzerinnen stehen bei dem Tanzstück "Monkey Mind" am Theater Freiburg auf der Bühne – drei von ihnen sind mit Trisomie 21 geboren. Wie rastlos die eigenen Gedanken sein können, zeigen sie eindrucksvoll mit ihrer Performance.

Der erste Eindruck

Wer verbirgt sich hinter den Papiermasken? Im Kleinen Haus im Theater Freiburg stehen die fünf Tänzerinnen und Tänzer von Monkey Mind jeweils auf einer Holzkiste, von ihren Gesichtern sind nur die Augen durch kleine Schlitze zu sehen. Die erste Szene ist gleichzeitig banal und intim: Die Zuschauer sehen den Performern dabei zu, wie sie sich anziehen. Jeder in seinem eigenen Rhythmus und Stil: Mal schnell, mal langsam, mal sitzend, mal liegend, mal stehend.

Die Bühne und das Bühnengebaren

Drei Tänzer und zwei Tänzerinnen, die sich als Gruppe, aber auch als Individuen über die Tanzfläche bewegen. Sie treten, boxen, springen und drehen, bilden Pärchen, die sich kurz darauf wieder trennen. Dabei brauchen sie weder viel Musik noch Requisiten: Ein knackendes Geräusch stöhnt aus den Lautsprechern, die Holzkisten dienen mal als Laufsteg, mal als Rückzugsort für ein knutschendes Liebespaar. Die Kleider ziehen sie nach kurzer Zeit wieder aus, auch die Papiermasken liegen irgendwann auf dem Boden.

Die Performerinnen und Performer

"Monkey Mind" ist ein Stück, in dem zwei professionelle Tänzer gemeinsam mit drei Menschen tanzen, die mit Trisomie 21 zur Welt gekommen sind. Die Argentinierin Lisi Estaras hat die Choreographie für Platform-K entwickelt - die einzige belgische Organisation, die es Menschen mit Behinderung ermöglicht, professionelle Tanzstunden zu nehmen und gemeinsam mit Nichtbehinderten in Tanzproduktionen mitzuwirken. Wie gut das funktioniert, zeigt sich auf der Bühne im Kleinen Haus: Eine harmonische Tanzgruppe, in der jeder und jede gleichermaßen zur Geltung kommt und niemand künstlich in den Vordergrund gedrängt wird.

Der Tanz

Ein Schlag auf die Brust, ein Schnappen mit dem Finger, ein gehetzter Blick ins Publikum: Die Bewegungen sind abgehackt und werden dann wieder fließend. Wie die Gedanken im eigenen Kopf, die hin- und herspringen wie ein Affe von Baum zu Baum - das ist "Monkey Mind". Die Tänzerinnen und Tänzer drücken mit all ihrer Kraft ihre Emotionen aus. Sie sind mal zu zweit, dann wieder zu dritt, immer in anderen Konstellationen. Das Publikum hat Zeit, jeden einzelnen mit seinen Bewegungen und Gesichtsausdrücken kennenzulernen.

Was in Erinnerung bleibt

Die Schreie der drei männlichen Tänzer, die sich erst in einer Kampfszene verausgabten, um dann in einer gewaltigen Lautstärke ihre Emotionen in Richtung Publikum freiließen.

Pauschalurteil

So etwas Beeindruckendes sieht man selten, also unbedingt hingehen.

Trailer Monkey Mind


  • Was: Tanztheater Monkey Mind
  • Wann: Samstag, 17. Februar, 20 Uhr
  • Wo: Theater Freiburg, Kleines Haus
  • Eintritt: 23 Euro, ermäßigt 19 Euro