Foodtruck-Fest

Wie war’s beim… Foodtruck-Festival auf der Kajo mit Burgern und Baumkuchen?

Fabian Vögtle

Kamel-Burger, Maultaschen, Tacos oder doch Striebeli und Baumkuchen. Beim ersten Foodtruck-Fest in der Kaiser-Joseph-Straße, das von der BZ und der Händlergemeinschaft z'Friburg organisiert wurde, standen Tausende von Besuchern an 40 Trucks Schlange.

Der erste Eindruck

Wer dachte, die Kajo sei am Montag nach langer Baustellenzeit endlich wieder vom Siegesdenkmal bis zum Bertoldsbrunnen frei und ohne Hürden passierbar, staunt nicht schlecht. Bereits als um 11 Uhr die Foodtrucks ihre Fenster öffnen, ist die Kajo proppenvoll mit hungrigen Menschen. Viele sind wohl auch der Sonne wegen noch in der Sommerzeit und damit gefühlt eine Stunde weiter (Fotos: Tausende Besucher schlemmen beim Food-truck-Fest auf der KaJo).



Die längste Schlange

Der Hunger treibt die Leute zur Mittagszeit vor allem zum Mexikaner und den Maultaschen. Zwischen 12 und 13 Uhr sind dort meterlange Schlangen, wie auch an den Foodtrucks, die diverse Burger kredenzen. Gar nichts los ist zu der Zeit beim "Frachgut Elysée".Der Foodtruck aus Aalen kann mit seinen Crêpes erst gut zwei Stunden spät loslegen, weil er vom Schwabenländle kommend im Stau stand.

Der schrillste Wagen

Enrico Raia sticht mit seinem umgebauten Wagen von 1989 heraus. Kleine Töpfe mit Salbei, Basilikum, Petersilie und Peperoni schmücken den Foodtruck. Raia und sein Kollege bedienen dazu in Hemd, Hosenträger und mit Fliege. Ihr Burger mit Fenchelwurst und gegrilltem Gemüse ist ein feine Sache. Nur einen peppigen italienischen Namen sucht man auf dem Truck vergeblich: Raia, der unter der Woche im Industriegebiet und bald an der Messe seine Spezialitäten zubereitet, wirbt sehr sachlich, aber treffend nur mit dem Schriftzug "mediterrane Leidenschaft".

Die Feinschmecker

Die zwei Sportstudenten Janik und Jannik wagen sich in ihrer Pause zwischen zwei Seminaren auf die Foodtruck-Meile und bleiben neugierig vor dem Stand der Metzgerei Pum stehen. Dort stehen unter anderem Burger mit Kamel und Wasserbüffel auf der Karte. Das klinge interessant, findet Janik, der immerhin schon mal Krokodilfleisch gegessen hat. Sein Kommilitone ist da noch etwas skeptischer: "Ich habe echt keine Ahnung, was uns jetzt gleich erwartet."

Der Augenschmaus

Die Kartoffelspalten bei Truck der "Kartoffelschmiede" sind genauso ein Hingucker wie "Heidis Flammenkuchen". Am stärksten duftet es dort, wo es Käsespätzle und Raclette zu futtern gibt.

Das Drumherum

Die Münsterwurst ist trotz Foodtrucks beliebt wie eh und je – bei Besuchern und Bobbele. "Unsere Lange Rote ist doch immer wieder was Gutes", sagt Timo, der am Rande der Kajo steht und etwas verwundert auf die Foodtrucks schaut. Sein Kollege Robin hat sich gegen den Klassiker vom Münstermarkt entschieden und stattdessen bei Pastrami zugeschlagen. Der Sandwich mit geräuchertem, gewürzten Rindfleisch ist "sehr lecker und stimmig", urteilt er. Ein passendes Bier dazu findet sich auf dem Kartoffelmarkt. Dort bieten mehrere Freiburger Brauer ihre Craftbiere an.

Der Sahnetupfen

Besonders beliebt ist der frische Baumkuchen, den das Café Schmidt vor dem Modehaus Kaiser verkauft. "Das Wahrzeichen des Konditors ist der Baumkuchen, wie die Brezel beim Bäcker", erklärt Gerhard Reinbold, während er die ein Meter lange Walze dreht. Diese habe man bewusst aus der Konditorei herausgeholt, um den Leuten mal zu zeigen, wie die bei vielen vergessene Köstlichkeit entsteht.

Die Zigarre danach

Wer satt ist und von den langen Schlangen und Menschenmassen genug hat, findet in der Rathausgasse die passende Zigarre. Der traditionsreiche Tabakladen Stefan Meier macht beim Festival sozusagen als Genuss-Außenstelle mit und bietet fünf Zigarrensorten zum Probieren.

Das Fazit

"Das ist mal wieder ein echtes Event für Freiburg" findet eine ältere Dame aus Denzlingen. Sie steht am nördlichsten Foodtruck an, wo es die sonst zur Weihnachtszeit beliebten Striebeli gibt. "Die Düfte locken einen einfach hierher", sagt sie. Die Gerüche, der Hunger, die Neugier und letzlich die bis nachmittags scheinende Sonne locken Tausende zum ersten Foodtruck-Festival in die Kajo. Viele Stadtbesucher machen aber auch einen Bogen um die den Tag über voll verstopfte Kajo und ein Krankenwagen kommt kaum durch, um eine in der Menge umgefallene Frau zu versorgen.

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