SC Freiburg

Wie war’s beim… Empfang der SC-Frauen im Freiburger Rathaus?

Emma Tries

Am 1. Mai spielte die Frauenmannschaft des SC Freiburgs im DFB-Pokalfinale in Köln gegen den VFL Wolfsburg. Trotz 0:1-Niederlage lud OB Martin Horn die Spielerinnen zum Empfang auf den Rathausbalkon ein.

Ambiente

Kurz vor Beginn des Empfangs um 15.30 Uhr zieht der trübe Himmel auf, das Wetter passt zur guten Stimmung. Auf dem Rathausplatz sammeln sich schon einige Menschen. Über zwei Lautsprecher läuft laute, fröhliche Musik, auch das Publikum scheint gut gelaunt zu sein. Am Balkon des Rathauses, auf dem gleich die Spielerinnen zu sehen sein werden, hängt ein speziell für den Anlass gedrucktes Banner, welches dem Verein zum Einzug ins DFB-Pokalfinale gratuliert.

Um 15.30 Uhr betritt Oberbürgermeister Martin Horn den Balkon, direkt hinter ihm ist Sportbürgermeister Stefan Breiter. Beide Männer sind in SC-Trikots gekleidet, Breiter setzt mit einem SC-Schal sogar noch einen drauf. Dass die Stimmung sehr gut ist, merkt man auch daran, dass die kurze Stille in Martin Horns Worten schnell mit lauten Jubelrufen der untenstehenden Fans überbrückt wird.

Publikum

Vor dem Rathaus und rund um den Brunnen herum stehen etwas mehr als 100 Menschen, überraschenderweise meist mittleren Alters.
Viele der Anwesenden tragen Schals, Trikots oder Mützen mit den Farben und dem Logo des Sportclubs. Auffallend ist der Block ganz vorne, eine Gruppe Frauen und Männer schwenken sogar Fahnen. Sie sind Teil des "Rote Füchse"-Fanclubs und sind stolz, beim Pokalfinale der Frauen in Köln dabei gewesen zu sein. Die Stimmung sei wahnsinnig gewesen, berichtet eine Unterstützerin des Fanclubs. Die Freiburger Fans haben mit ihrer Choreo und den Trommeln Gänsehaut gemacht. "Der Frauenfußball wird immer noch zu wenig geschätzt. Wir sind auch hier um den Mädels Respekt zu zollen", erklärt der Clubvorstand. Das Auftreten der Spielerinnen wird mit großem Applaus und Rufen begrüßt. Von Trauer oder gar Wut über das nicht gewonnene Spiel ist nichts zu spüren. Mehrmals wird den Frauen "Supermädels" entgegengerufen.

Worte des Oberbürgermeisters

OB Martin Horn begrüßt zunächst das Publikum.
"Kommen wir gleich zum Punkt: Eine grandiose Leistung, das war der Wahnsinn", lobt Horn die Spielerinnen von Anfang an. Nach dem Auftreten des Teams zieht sich der OB zunächst zurück, jedoch nicht ohne das Publikum noch einmal zu einem großen Applaus aufzufordern. Später erkennt er an, dass dies die "größte Leistung in der Geschichte des Frauenfußballs in Freiburg" war und, dass die Freiburger Spielerinnen definitiv die Sieger der Herzen waren.

Außerdem lobt er auch die Freiburger Fans, die mit nach Köln gereist sind und dort ordentlich Stimmung gemacht haben. Eine einstudierte Choreo, Trommeln und Rufe sorgten dafür, dass die Wolfsburger Fans kaum zu hören waren. Martin Horn schließt mit den scherzhaften, aber wahren Worten,in Bezug auf das DFB-Pokalfinale, ab: "Da war das Männerteam übrigens noch nie."

Auftritt der Spielerinnen

Das Team betritt den Balkon, im Hintergrund läuft heroische Musik. SC-Kapitänin Clara Schöne geht voran und schnell füllt sich der Balkon mit Spielerinnen und weiteren Teammitgliedern, einheitlich in schwarze Jacken gekleidet. Die Spielerinnen strahlen beim Herauskommen, einige wirken ein wenig schüchtern. Nachdem alle ihren Platz auf dem engen Balkon gefunden haben, tritt Birgit Bauer, die Managerin des Teams, ans Mikrofon.

Bauer bedankt sich mehrfach für die großartige Unterstützung des Teams und vor allem der Fans.

Sie betont, dass die Frauenmannschaft des SC "genauso dazugehört wie die Männer" und erntet dafür eine Menge Applaus. Bauer schließt ab mit "Wir sehen uns" und deutet damit auf einen erneuten Finaleinzug im nächsten Jahr hin.

Anschließend spricht Clara Schöne und begrüßt die Menschen mit einem sympathischen "Hi erstmal". Schöne hält sich kurz, bedankt sich noch einmal für die tolle Unterstützung der Fans. Abschließend meldet sich Trainer Jens Scheuer zu Wort und fragt sich "was wohl gewesen wäre, wenn wir den Pokal mit nach Hause gebracht hätten?". Er ist aber keinesfalls schlechter Stimmung.

Der Abschluss

Das Team kommt anschließend auf den Platz herunter. Die Spielerinnen Giulia Gwinn und Kim Fellhauer erzählen fudder, dass sie positiv überrascht sind, heute so viele Fans hier zu sehen. "Das ist echt überragend, ich hätte nicht gedacht, dass überhaupt jemand kommt ehrlich gesagt", sagt Fellhauer. Vom Spiel am 1. Mai berichten sie: "Die Freiburger Fans waren unglaublich. Die hat man gehört von der Minute, als wir auf den Platz gelaufen sind bis zum Schluss. Selbst als wir verloren haben, hat man immer nur noch die Freiburger Fans gehört."

Zum Abschluss erwähnt Martin Horn, dass er einen "Riesenrespekt" vor dem Team hat, insbesondere da zwei der Spielerinnen am Freitagmorgen ihr Matheabitur geschrieben haben. Dann erzählt er von der Belohnung, die er und Stefan Breiter dem Team versprochen haben: Nach dem Heimspiel am 12. Mai wollen er und Breiter für das Team kochen.