Schmitz Katze

Wie war’s beim...Craftbier-Festival in Freiburg?

Benjamin Wissing

Auf dem Gelände von Schmitz Katze fand ein Festival für handgemachtes Bier, sogenanntes Craftbier, statt, mit 16 regionalen und internationalen Craftbierbrauern. Mal sehen, wie’s war.

Der erste Eindruck
Wir befinden uns im Jahr 2016. Ganz Deutschland stöhnt ob des verregneten Sommers. Ganz Deutschland? Nein! Eine kleine unbeugsame Stadt im Südwesten des Landes weigert sich beharrlich, vom Frühling direkt in den Herbst zu wechseln. Auf Freiburg ist eben Verlass. Sonne satt und Temperaturen um die 30 Grad – bestes Bierwetter also. Beim ersten Craftival im vergangenen Jahr musste man noch Schlange stehen, um aufs Gelände zu kommen. Zwar ist auch in diesem Jahr viel los, aber dank der Erweiterung des Festivals um den Innenhof der Decker Garage verklumpt sich das Ganze nicht mehr so. Bis auf die wenigen Kinder hält jeder Besucher ein Glas mit Bier in der Hand (Fotos).


Das Publikum
Von fünf bis 50 sind eigentlich alle Altersgruppen vertreten, wobei die Jüngeren in der Überzahl sind. Den Hauptanteil stellen Männer Mitte zwanzig mit Vollbärten und Sonnenbrillen. O-Ton einer Besucherin im kurzen Sommerkleid: "Die sehen hier ja alle aus wie Sido" – in der südbadischen Variante vermutlich. Der erste Eindruck – Hipster überall – ganz klar bestätigt.

Das Gelände
Der Innenhof von Schmitz Katze ist über zwei kleine Zugänge mit dem Innenhof der Decker Garage verbunden. Das Festivalgelände erinnert entfernt an ein Industriegebiet, gepaart mit dem Charme einer Schrebergartensiedlung – und das ist völlig positiv gemeint. Geradezu idyllisch präsentiert sich die Szenerie: Alte Frachtcontainer teilen sich den Platz mit Schatten spendenden Bäumen. Ein Eichhörnchen hüpft von Baum zu Baum, während es sich die Besucher auf den Bierbänken gemütlich machen. An jeder Ecke befindet sich ein Stand. Mal gibt es Eisbock, mal Indian Pale Ale, auch mal fair gehandelten Kaffee.

Die Stimmung
Entspannt geht es hier zur Sache. Trinken, Flanieren und Quatschen ist angesagt. Das alles erinnert ein bisschen an ein hippes Weinfest, nur eben mit Bier. Auffällig: Ankommende Besucher marschieren mit soldatischer Entschlossenheit auf das Gelände, während abreisende Gäste den ein oder anderen Schlenker auf dem Weg nach draußen hinlegen.

Das Angebot
Mit 16 Brauereien und über 40 verschiedenen Biersorten muss man schon eine sehr belastbare Leber haben, um sich durch das gesamte Sortiment zu probieren. Um für eine anständige Grundlage im Magen zu sorgen, gibt’s an fünf Essensständen was zwischen die Zähne von Pulled Pork Burgern bis hin zu Flammenkuchen. Außerdem Cocktails auf Bierbasis, frische Limonade und vereinzelt auch feine Obstbrände.

Aufreger
Gab es nicht. Vielleicht ist das Essen zu teuer, aber man ist ja schließlich zum Biertrinken gekommen und die Preise für handgecraftete Spezialbier können durchaus als moderat bezeichnet werden. Nach drei bis zehn verkosteten Bieren ist die Welt sowieso dein Freund.

Highlight
Ein Pulled Pork Burger und dazu ein Bier mit Rosmarin – Herz, was willst du mehr.

Fazit
Schönes Festival. Genau richtig, um einen warmen Sommertag zu genießen. Dank des großen Sortiments unterschiedlicher Speisen und Getränke ist für jeden was dabei – ob man nun Bierliebhaber ist oder nicht. Gerne mehr davon.

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