Konzertkritik

Wie war's bei ... Lea auf dem ZMF?

Kim Lübke

Emotional, traurig aber auch Beats zum Tanzen: Am Montagabend spielte die deutsche Künstlerin Lea auf dem ZMF im Zirkuszelt. Fudder-Autorin Kim Lübke war dabei.

Der erste Eindruck

Kurz vor Konzertbeginn essen die Besucher ihren letzten Bissen auf oder holen sich noch schnell etwas zu trinken. Das Zirkuszelt ist nicht komplett überfüllt und nicht wie gewohnt extrem warm, was sehr angenehm ist. Das Publikum ist gemischt, im Schnitt um die 25, viele junge Frauen, aber auch Pärchen tummeln sich in der Menge.

Der Support

Punkt 19.30 Uhr spielt der Supporter Haller aus Aachen. Seine Songs hören sich traurig, schön und persönlich an. Auch wenn vermutlich viele, Haller nicht kennen – nach den ersten Songs ist das vergessen. Zwei aus der ersten Reihe grölen bei seinen Liedern mit, scheinen die Lieder auswendig zu kennen. Haller freut sich und verspricht ihnen, sie kriegen nach dem Konzert zwei CD's von ihm geschenkt, der Rest muss sie aber leider kaufen.

Das Konzert

Lea steht auf der Bühne. Das Publikum jubelt, alle stehen auf. Sie spielt ihren ersten Song. Alle singen mit, und man sieht schon die ersten glasigen Augen. Sie bezieht das Publikum immer wieder ein, lacht mit uns, erzählt von ihrer Schwester, ihrer Zeit in Argentinien und woher sie die Muse zur ihren Liedern nimmt. Lea ist ständig am Lachen und bringt auch das Publikum oft dazu. Sie wirkt von Anfang an offen und sympathisch. Sie lässt das Publikum immer wieder singen, sogar ein Mädchen aus der ersten Reihe darf mal kurz das Mikro übernehmen. Bei manchen Liedern tanzt die Menge ausgelassen, bei manchen werden ein paar Tränen vergossen und gekuschelt.

Die Band

Man merkt schnell, dass sie mit ihrer Band eng verbunden ist. Sie bezieht sie immer wieder ein, macht Späße mit ihnen. Mitten im Konzert verabschiedet sie sich von einem Mitglied ihrer Crew: Bob. Sie holt ihn auf die Bühne, umarmt ihn lange und bedankt sich bei ihm für die schöne Zeit. Das Publikum applaudiert.

Gänsehautmoment

Typisches Konzertding: Bei einem Song bittet Lea die Zuschauer, ihre Handys rauszuholen und die Taschenlampe anzumachen. Aber dann wünscht sie sich, dass wir alle die Handys einmal umdrehen, damit auch das Publikum mal sehen kann, wie schön ein Meer aus Handy Lichtern sein kann. Lea singt währenddessen weiter – Gänsehautmoment.

Was in Erinnerung bleibt

"Ich schau dich einfach an Freiburg, das kann ich stundenlang", singt Lea bei einem ihrer Songs. Man merkt schnell, das Lea es liebt, auf der Bühne zu stehen. Sie kann gut mit dem Publikum spielen. Ihre Texte sind tiefgründig und ehrlich. Sie thematisiert die Hürden des Alltags, die doch jeder leider irgendwann mal kennenlernen muss.

Mehr zum Thema: