Wie war’s bei Jamaram im Jazzhaus?

Robin Wille

Ein wildgewordener Gorilla, Darth Vader und eine besetzte Bühne – dazu eine extrem gut aufgelegte Band mit Trompete und Saxophon: So war's bei Jamaram am Freitagabend im Jazzhaus

Der erste Eindruck

Schon beim ersten Lied begannen die Arme und Beine im Publikum marionettenartig zum Reggae-Ska-Beat zu zucken. "Heute war es ganz schön heiß hier", resümiert Sänger Tom Lugo nach der Zugabe.

Set-List

"Heavy Heavy" heißt die Tour und das gleichnamige Album, das die Band mit sechs Künstlern aus Zimbabwe aufnahm. Neben dem bekannten Jamaram Reggae-Sound gab es also auch afrikanische Klänge mit Soul, Hip-Hop und Swing.

Die Musik

Neben einigen "Heavy Heavy"-Songs greift Jamaram auf zahlreiche Hits aus der 16-jährigen Bandgeschichte zurück: Ein Genre-Buffet, das sich nur schwer kategorisieren lässt. Zum Reggae und Dub-Grundkanon mischt sich Ska, Latin und Pop.

Bühnengebaren

Während "Living in the Zoo" wird Tom Lugo zum Gorilla. Wie wild hüpft er in der Hocke durch das Gehege. Wenig später liefert er dann zu Drum and Bass eine Darth-Vader Einlage mit Laserschwert (na gut, Taschenlampe).

Was in Erinnerung bleibt

"Nur weil man verdammt viel Kohle hat, muss man noch lange nicht reich sein", sagt Tom Lugo. Die Band engagiert sich seit 2006 in der Hilfsorganisation "Go Ahead!" für Vorschulkinder in Südafrika, die durch AIDS ihre Eltern verloren haben.
Der Sänger gibt zwei Spendenboxen ins Publikum – nach einigen Liedern kommen sie unaufgefordert zurück, gut gefüllt.

Ladenhüter

Für vier Euro gibt´s am Merch einen Schlüsselanhänger, der schon etwas angestaubt aussieht.
Besser hingegen das Shirt zum aktuellen Album: Für 20 Euro gibt es das Gorilla-Shirt aus 100% Bio Baumwolle – fair.

Fazit

Jamaram macht gute Laune, lässt das Publikum tanzen, springen und singen. Das letzte Lied wird akustisch in der Menge gespielt – den Leuten gefällt’s, sie haben derweil die Bühne erobert und tanzen dort weiter.