Konzertkritik

Wie war’s bei … Fazi in der MensaBar?

Julia Stulberg

Die Post-Punk-Band Fazi aus China tourt momentan das zweite Mal durch Europa. Am Donnerstag spielten sie in Freiburg in der Mensbar und erfüllten alle Erwartungen: ein düsterer, nachdenklicher und zugleich energetischer Auftritt.

Die Band

Die Band Fazi ist vor allem in der chinesischen Indie-Rock-Szene bekannt. Sie touren derzeit das zweite Mal durch Europa. Wofür die Band steht? Rockmusik aus China jenseits des Mainstreams.

Das Publikum

Studenten und Dozenten, China- und Punk-Fans, alt und jung, bunt- und schwarzgekleidet, aus Asien und Europa – das Publikum ist breitgefächert. Ein paar gefärbte Haarschöpfe, Chucks und Lederjacken schwirren durch die Masse. Auf den Sitzgelegenheiten im hinteren Teil des Raumes nehmen grauhaarige Damen und Herren ihren Platz ein. Der Rest verbringt den ganzen Abend vor der Bühne. Kopfnicken in den hinteren Reihen, während vor der Bühne getanzt und gesprungen wird. Alle feiern die Musik, die Alten wie die Jungen.

Die Location

Vor Showbeginn sieht es in der MensaBar aus wie immer: Ein paar Sitzgelegenheiten an einem, die Bühne am anderen Ende. Dazwischen die Bar und das Publikum. Ein krasses Bühnenbild? Fehlanzeige. Nur die schwarzgekleideten Bandmitglieder und ihre Instrumente – ummantelt von rotem Licht. Hier geht es nur um die Musik.

Die Show

Die Band kommt auf die Bühne. Ohne das Publikum zu beachten, spielen sie sich ein. Die Show beginnt ohne große Ankündigung. Fazis erste Songs sind düster und nachdenklich. Auch wenn das Publikum größtenteils dem Chinesischen nicht mächtig ist, scheinen die Gefühle bei ihnen anzukommen. Fazi spielt energetisch, laut, dreckig. Die Stimmung steigt an. Der Rocksound, der vom Publikum erwartet wurde – die vorderen Reihen tanzen und springen.

Genauso wie die Show begonnen hat, endet sie auch: Ohne Ankündigung legt die Band ihre Instrumente nieder und verlässt die Bühne. Aus der Masse ertönt ein leises "Zugabe". Ob die Band das wohl versteht? Das Publikum wird lauter. Vor allem die erste Reihe will mehr und das bekommen sie auch. Die Mitglieder der Band schlurfen auf die Bühne, schnappen ihre Instrumente und hauen nochmal richtig rein.

Hingucker des Abends

Ein langhaariger Mann aus der ersten Reihe, der während der ganzen Show mit voller Leidenschaft tanzt. Seine Mission des Abends: Das restliche Publikum zum Mitmachen und Abfeiern animieren.

"Sehr authentisch, sehr live und sehr nah – Asia Rock, wie man ihn liebt!"Lada Voynor, Masterstudierende aus Freiburg

Fazit

Fazi ist genauso, wie erwartet – düster, nachdenklich, energetisch. Chinesisch- Skills werden hier nicht gebraucht, denn eigentlich geht es nur um die Musik. Die Band bleibt im Hintergrund, genauso wie das unauffällige Bühnenbild. Fazi kommt, liefert ab und geht wieder und das Publikum feiert es: "Sehr authentisch, sehr live und sehr nah – Asia Rock, wie man ihn liebt!", schwärmt Besucherin Lada Voynor, die den ganzen Abend in der ersten Reihe getanzt hat.



Mehr zum Thema: