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Wie war’s bei … Giuliana Farfallas Einzug ins Dschungelcamp?

Patrik Müller

Model Giuliana Farfalla aus Herbolzheim ist eine von zwölf Teilnehmern der RTL-Sendung "Ich bin ein Star – holt mich hier raus!" BZ-Redakteur Patrik Müller hat sich freiwillig gemeldet und zugeguckt.

Die Vorstellung

RTL stellt alle Kandidaten in kurzen Einspielern vor. Das ist bitter nötig: Wissen Sie, wer Kattia Vides ist? Jenny Frankhauser? Matthias Mangiapane? Sydney Youngblood hatte immerhin zwei Hits, Ansgar Brinkmann hat Bundesliga gekickt. Lange her. Farfalla wiederum hat Anfang 2017 an der Castingshow "Germany’s Next Topmodel" teilgenommen. Sie wurde Elfte. "Ich heiße Giuliana Farfalla, so kennen mich die Leute", sagt die 21-Jährige. Das Filmchen zeigt sie beim Shoppen, ihre Finger streichen über einen Bikini mit Meeresmotiven. "Ich glaube, das ist ein Seestern … nee, das ist ein Seestern." Dann schlägt die als Pascal Radermacher in Herbolzheim geborene Farfalla ernstere Töne an, erzählt von ihrer Schulzeit. "Ich habe mich schon als kleiner Junge unwohl gefühlt. Ich wurde gemobbt, beleidigt, ich erinnere mich nicht so gerne daran."

Der Einzug

Die Dschungelcamp-Macher teilen die zwölf Teilnehmer in drei Gruppen auf. Eine springt mit dem Fallschirm aus der Propellermaschine, eine paddelt mit dem Boot über den Fluss. Giuliana Farfalla und ihre Kollegen müssen blaue Helme aufziehen und am Bungeeseil in einen dunklen Abgrund springen. Die Herbolzheimerin hat Höhenangst, wie sie in einem Interview vor einigen Tagen erzählt hat. Sie lächelt, bevor sie abspringt. Sie schreit, als sie fällt. Und sie lacht, als sie wieder Boden unter den Füßen hat. "Ich glaube, dadurch, dass ich nicht sehen konnte, wie tief es ist, hatte ich auch keine Angst", sagt sie. In der Nacht trappeln Ratten an den Schlafsäcken vorbei. Farfalla muss mal, das Klo ist unbeleuchtet. "Ich glaube, ich habe nur 50 Prozent getroffen", sagt sie hinterher. Am Morgen danach hört sie am Lagerfeuer im australischen Hinterland Komplimente für ihr Playboy-Fotoshooting vor einigen Wochen. "Mit 21 so in der Öffentlichkeit … Respekt", sagt Ex-Kicker Brinkmann.

Die Prüfung

Kritiker bezeichnen "Ich bin ein Star …" wegen der sogenannten Dschungelprüfungen als Ekelfernsehen. Die Show bleibt sich im zwölften Jahr treu: David Friedrich würgt Kamelhirn herunter, Daniele Negroni zerkaut einen Straußenzeh, Natascha Ochsenknecht beißt mutig in einen Krokodilpenis – und Tina York trinkt einen Smoothie aus pürierten Kakerlaken. Farfalla muss eine Schutzbrille aufziehen, in einen Bottich mit Fischabfällen steigen und gemeinsam mit Ex-Bachelor-Kandidatin Kattia Vides nach Tafeln mit Bildern von Sehenswürdigkeiten tasten. Die muss sie dann auf einer Weltkarte dem jeweiligen Land zuordnen. Das Brandenburger Tor erkennt sie problemlos, den Big Ben verortet sie in den USA. Danach muss sie sich erstmal waschen. "Boah, ich riech’ so eklig", ruft sie.

Das Ende

Je besser die Kandidaten bei den Dschungelprüfungen abschneiden, desto reichhaltiger fällt das Abendessen aus. Theoretisch. Das RTL-Team setzt ihnen neben Reis und Bohnen, neben Knoblauch, Kräutern und einer Süßkartoffel noch einen Känguruschwanz vor – das erregt vor allem den Zorn von Ansgar Brinkmann. Später verkünden die Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich, wer am nächsten Tag zur Dschungelprüfung muss. Die Zuschauer haben abgestimmt, Farfalla hat Glück – sie wurde nicht gewählt. Schonfrist.

Das Fazit

Straußenzeh sieht zäh aus. Erdkunde dürfte in der Schule nicht Giuliana Farfallas Lieblingsfach gewesen sein. Einige Promis sollten besser für die Zukunft vorsorgen. Und drei Stunden Dschungelcamp-Auftakt können lang sein. Gut, dass die nächsten Sendungen kürzer werden.

Sendetermin: "Ich bin ein Star … holt mich hier raus": RTL, täglich ab 22.15 Uhr. Finale am Samstag, 3. Februar.

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