Maniacts Freiburg

Wie war’s bei ... der Premiere von "The Vagina Monologues"?

Simona Eftimova

Die Vaginas haben gesprochen: Die Theatergruppe Maniacts hat am Freitag zum ersten Mal das Stück "Die Vagina Monologe" aufgeführt. Ehrlich, unverfälscht und nicht für eine Sekunde unangenehm - so war es bei der Premiere.

Freitagabend, viertel nach sieben. Der Platz vor dem Fistung-Theater ist übervoll - draußen und drinnen wartet eine Menschenmenge. Es ist laut, und die heitere Stimmung ist in der Luft zu spüren. Frauen werden heute von sexuellen Erfahrungen erzählen - manche gut, manche ganz lustig und manche sehr dunkel und traurig. Es dauert noch einige Minuten, bevor die aufgeregten Gästen in den Saal rein dürfen, um sich die Monologe der Vaginas anzuhören.


Eine tiefe Frauenstimme bittet, den Flugmodus der Handys einzuschalten und wünscht viel Spaß beim Schauen. Es wird dunkel.

Das Bühnenbild

Der hellbraune Parkettboden kontrastiert zu der komplett schwarzen Bühne, auf der außer einem schwarzen Stuhl keine anderen Requisiten zu sehen sind. In der Mitte treffen sich zwei Treppen, die jeweils nach links und nach rechts zu einem höheren Niveau führen. Die Botschaft der minimalistischen Ausstattung ist klar: Nichts darf die Aufmerksamkeit des Betrachters von dem ablenken, was gleich auf der Bühne passieren wird.

Das feministische Stück

Das Buch der amerikanischen Autorin Eve Ensler, auf dem das Stück basiert, fasst echte Geschichten von von ihr interviewten Frauen aus der ganzen Welt zusammen. Zum ersten Mal wurde das Stück 1996 von Ensler selbst auf die Bühne gebracht.

Die Maniacts haben die original Reihenfolge der Geschichten übernommen und stellen sie so realistisch dar, dass man sich als Zuschauer beteiligt und angesprochen fühlt. Bei jedem Monolog wird es wieder ganz dunkel im Saal und das Licht fällt auf die erzählende Person, die auf dem schwarzen Stuhl in der Mitte sitzt und ins Publikum schaut, als wäre das Publikum ihre Interview-Partnerin. Mit ihr teilt sie zum ersten Mal, warum sie nicht mehr mit Männern schlafen kann. Oder dass ihr Mann von ihr verlangt hat, sich die Schamhaare zu rasieren, um ihn sexuell befriedigen zu können. Oder dass sie von dem Freund ihres Vaters sexuell belästigt wurde.

Manchmal sind es auch mehrere Frauen, die das Gleiche erlebt haben und manchmal liegen sie auf dem Boden oder stehen ganz oben auf der Treppe. Es ist emotional, es ist lustig und dann plötzlich sehr seriös, sehr schmerzhaft. Es ist extrem feministisch und politisch – Klischees über Frauenbilder- und Rollen werden erfüllt und widerlegt. Man darf ganz ernst zuhören, aber man darf sich nicht unangenehm fühlen.

Der Cast

Wie Sterne am Nachthimmel schmücken die intensiven Farben der Kostüme den schwarzen Dekor - Weinrot, Violett, Waldgrün, Himmelblau, Gelb, Rosa. So bunt wie der Regenbogen ist die Mischung von Frauen jedes Alters, Berufs und jeder Herkunft, die über ihre ersten sexuellen Erfahrungen sowie über Schwangerschaftsabbruch, Missbrauch und Gewalt erzählen. Genauso farbig ist auch der Cast – zehn Frauen und zwei Männer aus verschiedenen Ländern und unterschiedlich alt. Was sie zusammenbringt: Alle möchten über die Vagina reden. Und das tun sie so, wie man immer über weibliche Sexualität sprechen muss - laut und ohne Scham, mit einer kleinen Prise Humor.

Fazit

Man muss es sehen, miterleben und darüber nachdenken. Aber vor allem: Darüber reden und bloß nicht zu viel sagen...man muss ja die Vaginas für sich selbst sprechen lassen.


  • Was: The Vagina Monologues
  • Wann: 15., 16. Und 17. Februar, jeweils um 19.30 Uhr
  • Wo: Theater FISTung, Friedrichstr. 39
  • Eintritt: 7 Euro, 5 Euro für Studierende

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