Ernährung

Wie war’s bei... der Messe "Veggienale & Fairgoods" in Freiburg?

Eyüp Ertan

Viel zum Probieren, aber auch viel Information: Die Veggienale, die Messe für pflanzlichen Lebensstil und ökologische Nachhaltigkeit, lockte am Wochenende rund 4.000 Besucherinnen und Besucher an.

Die Stände

Viel Schokolade stand auf dem Programm. In verschiedensten Variationen durften die Hersteller ihre Produkte präsentieren und zeigen, wie viel Kreativität der Verzicht auf tierische Produkte mit sich bringen kann. Mal gab es Schokolade, hergestellt auf einer Dattel-Basis, der gänzlich auf raffinierten Zucker verzichtete. Wieder ein anderer brachte Produkte aus Sizilien mit, eingelegte Tomaten, Peperoni, Pesto aus Mandeln und vieles mehr. Doch nicht nur Nahrung war im Fokus der Messe: Auch Kleidung, das Thema Müllvermeidung und weitere Information zur ökologischen und nachhaltigen Lebensweise waren vertreten.

Das Publikum

"Wir sprechen grundsätzliche alle an, wir wollen alle mit ins Boot bekommen", sagt Gründer und Geschäftsführer Daniel Sechert über das erhoffte und erwartete Publikum. Das konnte man auf den ersten Blick bestätigen: Neben denen, die schon informiert sind, gab es auch viele, die sich bislang wenig bis gar nicht mit der Thematik und der veganen Lebensweise auseinandergesetzt hatten.

Das konnte man vor allem an der Art der Nachfragen an den jeweiligen Ständen erahnen: Während die einen präzise Nachfragen stellten, ging es bei den anderen mehr um Einstiegsfragen rund um das Thema vegane Ernährung. Manch ein Kennzeichen verriet, dass sogar Besucher aus Frankreich den Weg nach Freiburg gefunden hatten. Die Besucherzahlen bewertete Sechert trotz oder gerade wegen des sonnigen Wochenendes positiv – 4.000 Besucherinnen und Besucher fanden ihren Weg zur Veggienale.

Kulinarisch

An Essen hatten die Veranstalter auch gedacht und eine Handvoll Foodtrucks zur Veranstaltung einbestellt. Amara war mit seinen veganen Falafeln ebenso vertreten wie die himmlischen Cupcakes und das Coffee Bike, das in Freiburg immer wieder an verschiedenen Orten zu sehen ist. Das Angebot wurde von den Besuchern dankend angenommen – lange Schlangen bildeten sich vor den jeweiligen Trucks und Ständen.

Das Programm

Die Veggienale war vielseitig aufgestellt. Neben all den Ständen mit sehr vielen Infos – aber dankenswerterweise auch sehr sehr viel zum Probieren – hatten die Veranstalter über beide Tage verteilt Vorträge eingeplant. In denen ging es um alles rund um das Thema vegane Ernährung, mal auf humoristische, mal auf ernste Art und Weise. Das Ziel war dennoch das selbe: Die Besucherinnen und Besucher zur Reflexion über den eigenen Lebensstil anregen und über die Floskeln zur Beruhigung des schlechten Gewissens hinauszukommen. Denn, so die Quintessenz: Nachhaltigkeit fängt bei jedem selber an, spätestens im Supermarkt habe jeder die Möglichkeit, frei zu entscheiden.

Ironie des Tages

Ein wenig zum Schmunzeln brachte einen das Programmheft: Auf der Vorderseite war das Plakat der Veranstaltung abgedruckt, "Öko meets Vegan" stand darauf. Auf der Rückseite des Heftes hatten die Veranstalter Platz für die Werbung einer größeren Bank eingeräumt. Darauf abgebildet zwei Kinder, wie sie beim Backen Eier aufschlagen, mit der Unterschrift "Das Ende der Massentierhaltung". Wer am Nachmittag aufgepasst hatte, der konnte den Widerspruch zwischen Eiern und dem Ende der Massentierhaltung entdecken.

Fazit

Wer sich trotz strahlenden Sonnenscheins für ein paar Stunden in einer Messehalle aufhalten wollte, der bekam im Gegenzug viel Information rund um das Thema Ökologie, Nachhaltigkeit und Tierschutz – alles unter dem Dach der veganen Lebensweise. "Gesunde Ernährung ist so ein Thema – vielleicht ist es gerade ein Trend, aber es geht auch um Umwelt und Klimaschutz", sagte Sechert über die Veggienale. Die Besucherzahlen gaben ihm insofern recht, als dass das Thema von den Freiburgerinnen und Freiburgern trotz des blendenden Wetters angenommen wurde.

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