Wie war’s bei … der ersten Instagram-Sprechstunde von OB Horn?

Gina Kutkat & Anika Maldacker

Nach seiner Facebook-Live-Sprechstunde richtete sich Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn nun an seine Instagram-Follower. Die löcherten ihn zu allen möglichen Themen. fudder hat zugeschaut und die lustigsten Kommentare gefeiert.

Das Format

Ende Juli, nur einen Monat nach Amtsantritt, gab Oberbürgermeister Martin Horn bereits eine erste Facebook-Sprechstunde. Nun richtete er sich gezielt an die Instagram-Nutzer und ist damit vermutlich der erste Oberbürgermeister, der diesen Kanal nutzt, um live mit den Bürgern zu kommunzieren und ihre Fragen zu beantworten. Horn findet diese Art von Transparenz und Bürgernähe wichtig, das betont er immer wieder, verweist aber auch darauf, dass die Vor-Ort-Sprechstunden in den Stadtteilen ihm sehr wichtig seien.

Das Setting

Wir befinden uns im OB-Büro im Neuen Rathaus am Rathausplatz. Direkt davor, am Platz, geht der Weihnachtsmarkttrubel in eine neue Runde. Hinter den alten, herrschaftlichen Holzfenstern sitzt der OB, vor sich das Handy, schräg gegenüber sitzt seine Social-Media-Beraterin Katja Heinrich und schiebt ihm immer wieder geheimnisvoll Zettelchen zu. Nein, nichts Verwerfliches, sondern nur wichtige Fragen, die im Fragenstrudel sonst untergehen würden. Horn attestiert seiner Beraterin eine "schöne Handschrift". Hinter dem OB hängt ein großes, abstraktes, gräuliches Gemälde. "Das hab ich mir im Depot ausgesucht", erklärt Horn und meint damit das zentrale Kunstdepot der städtischen Museen.

Um was ging’s?

Das Thema Sicherheit umtrieb die Instagram-Follower des Freiburger Oberbürgermeisters besonders. Der OB wurde aber nicht müde, zu erklären, dass zwar das subjektive Sicherheitsempfinden der Freiburger leide, aber die Sicherheit in Freiburg anhand der Zahlen der Polizei immer besser werde. Die Follower interessierten sich außerdem für den geplanten neuen Stadtteil Dietenbach, für Wohnungsmangel, für Nachverdichtung und Verlust von städtischen Grünflächen und für den Erhalt der Subkultur. Außerdem ging es um die Infrastruktur der Öffentlichen Verkehrsmittel. Da konnte Horn punkten: Denn Ende Dezember wird die Kronenbrücke freigegeben und ab März soll die neue Rottecktram fahren.

Die lustigsten Kommentare

"Martin bitte schwänger meine Schwester"

"Heftiges Bild im Background. Ist das Picasso?"

"Heftiger Wecker an der wrist."

"Können Sie mich anrufen? Tel. XXXXXX."

"Für ein Referat: Welche Aufgaben hat der Bürgermeister im Gemeinderat?"

"In Ihrem Büro fehlen Hornveilchen."

Die Mini-Statistik

Rund 40 Minuten dauert die Instagram-Live-Session von Martin Horn. Kurz nach 18 Uhr ging’s los, um 18.45 Uhr verabschiedet sich der OB Richtung Weihnachtsmarkt. "Traditionell eröffnet den der OB", sagt Horn. Im Durchschnitt waren 87 bis 103 Zuschauer dabei.

Der Abgang

Zum Abschluss der Instagram-Sprechstunde zeigte OB Horn, was es heißt, als Oberbürgermeister auch Medieninteresse zu spüren: Er wurde von einer SWR-Reporterin für den Radiosender SWR4 interviewt. Nicht gerade der Sender für das typische Instagram-Publikum. Danach verabschiedete Horn sich, nicht ohne zu versprechen, dass es mehr solcher Formate geben würde, und verteilte bei der Weihnachtsmarkteröffnung Lebkuchen.
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Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass OB Horn sich sein großes Gemälde im Büro wohl im Kunstraum Depot.K. ausgesucht hätte. Das war ein Fehler. Es handelt sich um das zentrale Kunstdepot der städtischen Museen. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.