Konzert

Wie war’s bei … den Fantastischen Vier in der Freiburger Sick-Arena?

Georg Rudiger

Im Sommer feiern sie ihr 30-jähriges Jubiläum. Vor knapp 9000 Zuhörern in der ausverkauften Sick-Arena zeigen die Fantastischen Vier, dass sie immer noch viel Power und eine hohe Partytauglichkeit haben.

Der erste Eindruck

Der Vorhang fällt. Drei Männer stehen vorne in einer Reihe, einer ist im Hintergrund vor seinen Soundcomputern platziert. Obwohl noch kein Schweinwerfer auf die Bühne strahlt, sind die Fantastischen Vier an ihren Umrissen zu erkennen. Aber bald schon kommt Bewegung in die Formation. Während And.Ypsilon stoisch seinen Job an den Knöpfen und Reglern erledigt, schwärmen Michi Beck, Smudo und Thomas Beck aus, um ihre Reime an die Fans zu bringen.

Setliste

Captain Fantastic/ Fantanamera/Was geht/ Hot/ Aller Anfang ist Yeah/Die Stadt, die es nicht gibt/Sie ist weg/Jetzt geht's ab/Heute/Dann mach doch mal/Buenos Dias Messias/Endzeitstimmung/Die da/Das ist mein Ding/Gebt uns ruhig die Schuld/Ernten, was wir säen/Tag am Meer/Pipis und Popos/Weitermachen/Einfach sein/Smudo in Zukunft/Danke/Tunnel/MfG /Ichisichisichisich/25 years/Zusammen/Moduland.Y/Hitisn/Troy

Die Musik

Live klingen die Songs der Fantas härter als in den Studioversionen. Schlagzeug und Percussion unterstützen den Flow der Reime mit trocken geschlagenen Akzenten. Auch wenn sich Smudo, Thomas D. und Michi Beck absolut souverän durch ihre Hits rappen, kann man die Texte nur verstehen, wenn man sie ohnehin auswendig kennt. Das Zusammenspiel der drei ist perfekt. Auch wenn die Fantas viel vom neuen, politischen Album spielen – die Treffer landen sie mit den alten Hits, die häufig noch eine stärkere melodische und harmonische Basis haben. Aber auch "Zusammen" und "Hitisn" vom aktuellen Album "Captain Fantastic", von dem sie bis auf "Affen mit Waffen" und "Watchmen" alles spielen, funktionieren perfekt.

Highlight

"Ernten, was wir säen". Eines der wenigen Stücke, die die Fantas zu einer größeren Nummer aufpumpen. Ein langgezogener Schlagzeugwirbel bringt die Stimmung zum Kochen. Ein langes Gitarrensolo setzt das Sahnehäubchen auf.

Augenschmaus

Männer ab 40 sollten schwarz tragen, sagt Michi Beck, der Stilberater der Band. Aber auch ab 50 – Thomas D. feierte am 30. Dezember als Jüngster der Band diesen runden Geburtstag – kann man mit Schwarz nichts falsch machen, zeigt der Auftritt in Freiburg. Drei Livekameras projizieren Bilder auf die verschiebbaren Leinwände, wenn nicht gerade ansprechende Farbdesigns darüber flimmern. Auch die Gäste der neuen CD "Captain Fantastic" Flo Mega, Damion und Clueso werden bei den entsprechenden Songs in Überlebensgröße auf die Leinwand geworfen und so perfekt eingebunden in die Show. Auch wenn Smudos Moves nicht ganz so geschmeidig daherkommen wie die seiner Kollegen Michi Beck und vor allem Thomas D., arbeitet auch er sich choreographisch in den Abend und wird am Ende sogar zum Tanzbär.

Das Publikum

Zwischen 20 und 50 – mit einigen Ausreißern nach oben und nach unten. "Wir sind mit Euch eine Lebensgemeinschaft und reden uns das Älterwerden schön", witzelt Michi Beck und trifft damit ins Schwarze. Die alten Hits wie "Dieda", "MfG", "Troy" oder auch das loungige "Tag am Meer" werden am meisten bejubelt.

Was man vermisst hat

- den bei Fanta-Konzerten eigentlich immer frei werdenden Oberkörper von Thomas D.
- den Laufsteg ins Publikum
- ein bisschen mehr Spontaneität im Fantalk

Note

Note 1,5. Gut zwei Stunden Show (plus eine Stunde Warm Up mit DJ Thomilla), die nach etwas zähem, routiniertem Beginn doch noch richtig in Fahrt kommt.