Wie war der Abistreich am Kepler-Gymnasium?

Jasper Friedel

Rolf Behrens heißt der Schulleiter vom Kepler-Gymnasium. Sinnigerweise lautete "Wer mit dem Rolf tanzt" das Motto für den heutigen Abistreich. In diversen Spielen mussten die Dorfbewohner von Keplerwald ihr Leben gegen die grausamen Abi-Werwölfe verteidigen. Tilman (Foto) gewährte uns Einblick ins Streichspektakel.



Schon beim Reinkommen in die Schule machte sich Werwolfstimmung breit, denn alle Fenster sowie das Glasdach der Aula waren verdeckt. Tageslicht drang kaum hinein.


Die Dorfbewohner setzten sich aus Lehrern zusammen, die in verschiedenen Disziplinen gegeneinander antreten mussten: Mario Kart, Toastern oder auch Klosaugnapf-Werfen.

Der Streich basierte auf dem Spiel „Nacht in Palermo“. Es begann damit, dass alle Dorfbewohner einschliefen und einer der Werwölfe einen der Dorfbewohner auswählte. Dieser wachte am Morgen schwerverletzt auf und musste im Duell gegen einen Schüler aus dem Publikum gewinnen. Wenn er dies nicht schaffte, starb er, was man daran sah, dass der Sieger des Spiels den Verlierer im ganzen Gesicht mit roter Farbe bemalte; gewann jedoch der Dorfbewohner gegen den Wolf, war es andersrum. Der König der Werwölfe war übrigens Schulleiter Rolf Behrens, daher auch das Motto „Der mit dem Rolf tanzt“.



Im ersten Spiel mussten die Lehrer zeigen, wie gut sie am Nintendo Gamecube sind, und zwar bei einer Runde des Spieleklassikers Mario Kart. Manche schlugen sich wacker, andere schafften es leider nicht so richtig, ihr Kart zum Laufen zu bringen und standen erstmal 30 Sekunden an der Startlinie, bevor sie losfuhren und dann auch noch teilweise in die falsche Richtung.Am Ende hieß es: Tod dem Verlierer! Einen Lehrer hatten die Abiturienten damit schon mal ausgeschaltet.
Weiter gings mit dem Klosaugnapf-Werfen. Auf der Bühne wurde eine Holzwand aufgestellt. Die Regeln waren einfach: Der erste Saugnapf, der an der Holzwand kleben bleibt, gewinnt. Es dauerte eine Weile, bis es der Erste schaffte, aber am Ende trat der Dorfbewohner als Sieger hervor und konnte sein Leben gegen den Schüler verteidigen.



Das dritte Spiel hieß Toastern und ist bekannt aus der Fernsehsendung „Schlag den Raab“. Man braucht Toaster, Toastbrot und zwei Spieler. Ziel ist es, einzuschätzen, wann der Toast fertig aus dem Toaster wieder hochkommt. Die Kandidaten hatten in der ersten Runde ein Zeitfenster von fünf Sekunden, das heißt, wenn sie auf den Tisch klopften, sollte der Toast innerhalb der nächsten fünf Sekunden aus dem Toaster geschossen kommen.

Das Publikum feuerte sowohl den Toaster, als auch das Toastbrot lautstark an. Die ersten drei Runden konnte keiner den Toaster richtig einschätzen, obwohl das Zeitfenster in jeder Runde um fünf Sekunden vergrößert wurde. In der letzten Runde schlug Jan, ein Schüler aus dem Publikum, den Lehrer und schätzte das Toastbrot richtig ein.



In der nächsten Runde kam eine Variation von Mario Kart dran, Mario Kart live, denn statt sich wieder an die Konsole zu setzen, lieferten sich die ausgewählte Lehrerin und die von Werwolfkönig Rolf auserkorene Schülerin Jana knallharte Rennaction auf dem Bobbycar. Die Rennvorgaben: Drei Runden ums Treppenhaus, die Erste im Ziel gewinnt. Überraschenderweise zog die Lehrerin der jungen Herausforderin sofort davon und hängte sie mit einer knappen halben Runde ab.

Ein Abiturient war sofort zur Stelle und schob das Mädchen mit voller Geschwindigkeit ums Treppenhaus. Doch auch die Lehrer zeigten sich solidarisch: Herr Schulz, welcher sich vorher bei Mario Kart eher ungeschickt angestellt hatte, schob seine Kollegin an und machte aus dem fast entschiedenen Match ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Jana gewann trotzdem.



Im vorletzten Spiel ging es um Allgemeinwissen. Leider wusste Rolf das nicht und wählte zwei Unterstufenschüler aus. Diese bekamen jedoch Unterstützung vom gesamten Publikum und am Ende ging der Punkt immer dann an die Schüler, wenn jemand, inklusive der Zuschauer, die richtige Antwort schneller als die Lehrer brüllten. Auf diese Weise konnten die Schüler bei Fragen wie „Wie wurde Louis XIV. noch genannt?“ oder „Wann fand der Wiener Kongress statt?“ ohne Probleme punkten und gleich zwei der Dorfbewohner töten.



Schulleiter Rolf trat abschließend auf die Bühne. Auf Zuruf betonte er, dass der Abistreich ja viel besser gewesen sei als in den vergangenen Jahren. Danach: ein Jongleur und die Abi-Band mit einem Rocksong und einem Reggae-Song. Tilman aus dem Abi-Jahrgang resümierte: „Ich weiß nicht, wie es die anderen Schüler erlebt haben, aber für uns Abiturienten war's eine Megaparty!“

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