Wie war dein erster Tag als Zivi?

Hannah Allgaier

Gestern ist für viele Zivildienstleistende in Deutschland der erste Tag gewesen. Auch Ralf Schwarz, 21 Jahre alt, musste zum ersten Mal ran und zwar in einem Kindergarten für behinderte Kinder in Mooswald. Von seinen Eindrücken und Erwartungen hat er uns erzählt.



"Den Kindergarten Purzelbaum besuchen Kinder mit Behinderungen oder Besonderheiten in der Entwicklung. Ich war während meiner Schulzeit schon einen Tag zum Probearbeiten dort, daher kannte ein bisschen. Trotzdem war ich am Morgen sehr gespannt und aufgeregt, was mich erwarten würde.


Zuerst durfte ich gar nicht in die Gruppe, sondern musste noch Papierkram erledigen. Erst gegen Mittag konnte ich die Kinder kennenlernen. Wir saßen an einem runden Tisch und aßen gemeinsam zu Mittag. Hier geht's ganz anders zu als in einem Regelkindergarten. Für manche Kinder müssen wir das Essen pürieren, andere füttern wir. Das Essen mit Messer und Gabel fällt vielen sehr schwer. Deshalb war es für mich am Anfang etwas befremdend, die Kinder essen zu sehen. Doch ich werde mich wohl schnell an die Essgewohnheiten der Kinder gewöhnen.

In der Mittagspause legten sich die Kinder ein wenig hin, zum Ausruhen. Ich habe währenddessen auf die Kinder aufgepasst, die keinen Mittagschlaf machen können. Um 15 Uhr holten Taxifahrer die Kinder ab. Bis 16 Uhr räumten wir den Kindergarten aufgeräumt.



Nach dem ersten Zivitag ist es kaum möglich, zu sagen, wie mir dieser Job taugt. So viele Eindrücke auf einmal und so viele Dinge, die ich noch lernen muss. Aber mein erster Eindruck war sehr positiv. Ich bin gespannt, wann ich die erste Windel wechseln muss und wie ich damit umgehe. Meine neuen Kollegen haben mich schon vor dieser Aufgabe gewarnt. Das Team ist sehr freundlich und hilfsbereit gewesen. Ich glaube, dass ich mich mit allen gut verstehen werde. Das Jahr hier im Kindergarten wird sicher schnell vergehen. Ich bin froh, dass ich angenommen wurde."

Protokoll: Hannah Allgaier

[Fotos: dpa, Allgaier]