Wie wandelt man geschützte iTunes-Dateien in MP3-Format um?

Nikolai Worms

iPhone und iPod sind bis unter die Schaltkreise voll mit frischen Songs aus dem iTunes-Store: Im Land der Apple-User ist (meistens) alles unkompliziert. Bei einem Wechsel der Plattform stellen sich allerdings Probleme wegen Format und Rechteschutzsystem der Dateien ein. Niko erklärt, wie man Dateien aus dem iTunes-Store in MP3 umwandelt.



Das Digital Rights Management (DRM) von Apple verhindert die Konvertierung seines AAC - Formats in ein universaleres MP3- oder OGG-Format, genauso wird die Weitergabe eines iTunes-Musikstückes auf mehr als fünf verschiedene Rechner unterbunden.


Obwohl das digitale Rechtemanagement die Nutzung der erworbenen Dateien stark limitiert, werden etwa 70 Prozent aller Einzelsongs aus dem Apple-Shop heruntergeladen. Wegen der Hakeleien bei der Weitergabe der Stücke haben sich mittlerweile einige Lösungen für eine relativ einfache Umgehung des DRM etabliert.

Brute Force: Die CD-Lösung

Eine unkonventionelle Möglichkeit, das DRM zu umgehen und die Dateien zu konvertieren, ist das Brennen einer CD mit anschließendem Re-Import in iTunes. Die gewünschten Dateien werden aus iTunes heraus als Audio-CD gebrannt, anschließend können die Tracks von der CD wieder in iTunes eingelesen werden. Das DRM ist nun nicht mehr vorhanden, und auch das Speicherformat kann mit iTunes neu definiert werden.

Klarer Nachteil dieser Lösung: Der Platz auf einer Audio-CD ist begrenzt, bei mehrere tausend Lieder umfassenden Playlists kann das Brennen eine enorm unlustige Sisyphusarbeit werden. Deshalb empfiehlt sich für diese Methode der Einsatz eines CD-Emulators, der ein virtuelles CD-ROM-Laufwerk auf dem Rechner installiert. Die Audio-CD wird jetzt nur noch als Image-Datei auf dem Rechner gespeichert und kann mittels der Emulator-Software wieder „eingelesen“ werden. So lassen sich auch größere Mengen der geliebten Musiksammlung von den Beschränkungen des DRM befreien.

Eleganter: Softwarelösungen

Verschiedene Softwarelösungen bieten eine weitgehende verlustfreie Konvertierung in andere Formate, oder entfernen einfach nur das DRM der Datei. Die kostenpflichtige Software NoteBurner vereint die oben vorgestellte CD-Brenn-Variante einfach in einem Paket: Die geschützten Songs werden auf eine virtuelle CD gebrannt und anschließend wieder codiert. Mit der integrierten Stapelverarbeitung lassen sich mit wenigen Klicks auch größere Mengen an MP3s erzeugen.

Die Software QTFairUse hat einen anderen Ansatz: Sie liest den uncodierten AAC-Datenstrom auf dem Weg zur Soundkarte aus und packt die Daten in einen DRM-freien MP4-Container. Die erhaltene Datei kann, befreit von den Beschränkungen des DRM, beliebig weitercodiert werden. Auch QTFairUse lässt die Konvertierung aller geschützten Tracks der iTunes-Bibliothek zu, über die Umwandlungszeit bei großen Datenmengen ist allerdings nichts bekannt.

Unbedenklich: Aufnehmen

In den meisten Ländern darf Musik in begrenzter Anzahl und für ausschließlich private Zwecke kopiert werden, so auch in Deutschland.

Dazu gehört die Aufnahme aus dem Radio, genauso können die Songs aus iTunes aufgenommen und gespeichert werden. Programme die sich dafür anbieten sind etwa die Open-Source-Software Audacity oder das ebenfalls kostenlose MP3 Recorder Studio. Der Nachteil des Aufnehmens liegt auf der Hand: Die Lieder müssen jeweils von Anfang bis Ende durchgehört werden.

 

Rechtliches

Bis auf die Aufnahme der Lieder in Echtzeit bewegen sich alle der vorgestellten Möglichkeiten mindestens in rechtlichen Grauzonen. Beispielsweise widmete sich das hymn-Projekt, zumindest bis Anfang des Jahres, dem verlustfreien Entfernen der digitalen Schutzvorrichtung, um die Tracks etwa auch Linux-Usern zugänglich zu machen.

Genau wie die Programme myFairTunes und QTFairUse wurde hymn aber von Apple mit Unterlassungsklagen überzogen, und stellte die Weiterentwicklung ein. QTFairUse und myFairTunes sind nicht mehr von allen Download-Plattformen zu beziehen, nach den Unterlassungsklagen werden die Dateien wohl nach und nach von den Servern entfernt.

Apple bietet übrigens in seinem iTunes-Store viele DRM-freie Musikstücke im MP3- oder AAC-Format für dieselben 99 Cent an, die auch für geschützte Dateien fällig sind. 

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